Schwache Inlandsnachfrage: Maschinenbau-Branche verliert Aufträge

Schwache Inlandsnachfrage
Maschinenbau-Branche verliert Aufträge

Die deutschen Maschinenbauer haben im Dezember 2004 vor allem wegen des weiter rückläufigen Inlandsgeschäfts weniger Aufträge verbucht als im Vorjahresmonat.

HB DÜSSELDORF. Das für 2004 angekündigte Produktionswachstum von fünf Prozent hat die Branche nach eigener Einschätzung trotz des Dämpfers zum Jahresende erreicht. Im Dezember blieben die Auftragseingänge der Branche mit minus einem Prozent knapp hinter dem Vorjahresvergleichmonat zurück, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Dienstag in Frankfurt mit. Dabei fielen die Inlandsbestellungen um vier Prozent niedriger aus. Ein stagnierendes Niveau bei den Exporten verhinderte einen stärkeren Einbruch in den Orderbüchern.

VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers macht für diesen Rückgang vor allem einen Basiseffekt verantwortlich. Im November und Dezember 2003 habe die Branche einen ungewöhnlich hohen Auftragseingang verzeichnet, wobei damals im November die Bestellungen aus dem Inland und im Dezember die aus dem Ausland um bis zu 30 Prozent in die Höhe geschnellt seien. „Deshalb war mit dem aktuellen Zahlen zu rechnen“, sagte Wiechers. Ungeachtet der zuletzt verzeichneten Rückgänge - auch im November waren die Orders hinter dem Vorjahr zurückgeblieben - zeichne sich ab, dass das Produktionsziel von plus fünf Prozent in 2004 erreicht worden sei.

Wachstum in China und den USA erwartet

In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Oktober bis Dezember 2004 ergebe sich insgesamt ein Rückgang von drei Prozent, teilte der VDMA weiter mit. Dabei habe einem Minus im Inland von 14 Prozent ein Plus aus dem Ausland von drei Prozent gegenüber gestanden. Im Gesamtjahr 2004 konnten die Maschinenbauer, die in Deutschland rund 870 000 Menschen beschäftigen, ein Auftragsplus von zehn Prozent verbuchen. Mit einem Zuwachs von 14 Prozent ist der Export eindeutig das Zugpferd der Branche gewesen. Die Inlandsbestellungen legten nach Angaben von Wiechers nur um drei Prozent zu.

„Wir sind weiter optimistisch für den Export“, sagte der VDMA-Chefvolkswirt. China und die USA seien nach wie vor wachsende Märkte, wenngleich sich in der Volksrepublik das Wachstum etwas abschwächen dürfte. Etwas pessimistischer zeigt sich Wiechers über die Lage in Deutschland. Es gebe wenig Anlass für die Hoffnung, dass die Konjuntur hierzulande so stark anziehe, dass sie eventuelle leichte Einbußen beim Export ausgleichen könnte. Gleichwohl halte der VDMA an seiner Prognose eines dreiprozentigen Produktionswachstums in 2005 fest.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%