Schwache Nachfrage führt zu Kurzarbeit in den italienischen Werken
Autosparte von Fiat bleibt in den roten Zahlen

Die Autosparte von Fiat muss für das dritte Quartal mit Verlusten rechnen, die über 250 Mill. Euro liegen. Übereinstimmend revidierten Mailänder Analysten ihre günstigeren Voraussagen vom Juli.

kri ROM. Morgan Stanley erwartet sogar einen Verlust von 290 Mill. Euro. Am Donnerstag legt Fiat-Chef Sergio Marchionne in Turin die exakten Zahlen für Juli bis September für das gesamte Unternehmen vor. Das hoch gesteckte Ziel der Fiat-Manager, die Krise der Autosparte schnell in den Griff zu bekommen, werde sich nicht realisieren lassen, so die in der italienischen Presse wiedergegebene Meinung der Analysten. Im zweiten Quartal 2004 hatte der Verlust bei 282 Mill. Euro gelegen, im dritten Vorjahresquartal bei 314 Mill. Euro.

Eine große Überraschung werden die Quartalszahlen jedoch nicht auslösen, denn Konzernchef Marchionne und Herbert Demel, der an der Spitze von Fiat Auto steht, haben bereits im Sommer erklärt, der Einbruch bei den Marken Fiat, Alfa Romeo, Lancia, Maserati und Ferrari werde kompensiert durch gute Ergebnisse der Lastwagentochter Iveco und der Landwirtschaftsmaschinensparte Case New Holland. Iveco wird vermutlich ein positives Ergebnis von mindestens 65 Mill. Euro einfahren, Case New Holland soll angeblich sogar sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr von 25 Mill. Euro Gewinn auf 80 Mill. Euro beinahe verdreifachen.

Der Verlust für den Gesamtkonzern wird daher nach Ansicht der Analysten im dritten Quartal rund 100 Mill. Euro betragen. Im zweiten Quartal war noch ein geringer Gewinn von 18 Mill. Euro erzielt worden. Marchionne bleibt nach wie vor bei seinem angekündigten Ziel, mit dem Jahresergebnis eine schwarze Null zu schaffen und Fiat 2006 in die Gewinnzone zu bringen. Ursprünglich wollte er das Ziel schon im nächsten Jahr erreichen. Die Netto-Schulden betrugen nach Schätzung der Analysten im dritten Quartal rund 4,7 Mrd. Euro. Die Sommermonate mit der Ferienzeit seien aber kein „normales“ Quartal.

Die Nachfrage war in den vergangenen Monaten schleppend, so dass für November Kurzarbeit in den italienischen Fiat-Werken angekündigt worden ist. Dazu komme die Konkurrenz der anderen Autohersteller und die schwache Autokonjunktur in Westeuropa, so die italienischen Auto-Experten. Vor allem im Kleinwagenbereich machen andere Unternehmen dem vor kurzem auf den Markt gekommenen „Nuova Panda“ Konkurrenz. Auf dem Nachfolgemodell des legendären Panda ruhen die Hoffnung der Turiner.

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