Schwache Resonanz auf Übernahmeangebot
Puma-Aktionäre verschmähen PPR-Angebot

Zwar besitzt der französische Luxusartikel-Konzern PPR mittlerweile mehr als 30 Prozent an dem fränkischen Sportartikel-Hersteller Puma, doch zufrieden kann der Aufkäufer mit der Resonanz auf sein Übernahmeangebot nicht sein.

HB/jojo/scc MÜNCHEN. Bis Mittwochvormittag seien insgesamt 30,55 Prozent der Puma-Aktien in den Besitz der Franzosen gelangt, teilte PPR am Mittwoch mit. Das bedeutet allerdings, dass nicht mal 4 Prozent des freien Kapitals angedient wurden. 27 Prozent der Puma-Anteile hatte sich PPR bereits vor Wochen von der Großaktionärsfamilie Herz gesichert.

PPR bietet je Puma-Aktie 330 Euro. Dem Großteil der Aktionäre ist dieser Preis aber zu gering. Sie hatten bereits auf der Hauptversammlung ihrem Unmut Luft gemacht. Die Zurückhaltung verwundert die Händler großer deutscher Banken deshalb auch nicht. „Das spiegelt eindeutig die Tendenz wider, die sich bei Investoren bereits seit Wochen abzeichnet: PPR muss nachlegen“, hieß es zu Wochenanfang in einem großen Frankfurter Handelsraum.

„Dabei spielt auch das klare Bild eine Rolle, das derzeit von Analysten kommt“, sagte ein Händler. Von den 20 Analysten, die Puma laut dem Informationsdienst Bloomberg beobachten, raten noch immer neun zum Kauf der Aktie, weil sie sich ein höheres Gebot versprechen. Die restlichen elf Experten empfehlen ihren Kunden immerhin noch das Halten der Aktie, kein spricht sich für einen Verkauf aus. „Solange die großen Adressen wie HSBC, die Deutsche Bank, Credit Suisse und UBS ein deutlich höheres Kursziel angeben als die 330 Euro je Aktie, die von PPR geboten werden, ist die Lage eindeutig“, sagte der Händler. Die Kursziele dieser Banken liegen zwischen 360 und 380 Euro. Am frühen Nachmittag notierte die Aktie nahezu unverändert bei knapp über 330 Euro.

Puma wirbt für PPR

PPR hatte am Dienstag nach Ostern angekündigt, den fränkischen Sportkonzern Puma zu übernehmen. Dazu erwarb das Unternehmen die Aktien der Familie Herz für 330 Euro je Stück. Den selben Preis bietet der Eigentümer von Luxusmarken wie Gucci und Yves Saint Laurent bis Mittwoch auch den restlichen Aktionären. In großen Anzeigen wirbt PPR seit einigen Tagen um die Gunst der Puma-Aktionäre.

PPR hat mehrfach betont, dass das Angebot endgültig sei. Zudem gebe es keine Mindestannahmequote. Ferner stehe fest, dass die Firma aus Herzogenaurach an der Börse bleibe und weiter unabhängig arbeiten könne. Ein Personalabbau oder eine Restrukturierung seien nicht geplant.

Aufsichtsrat und Vorstand von Puma haben den Aktionären empfohlen, die Offerte anzunehmen. Am vergangenen Freitag hatten bereits die Kartellbehörden in Europa und den USA den Kauf genehmigt. Insgesamt wird Puma durch das Angebot mit 5,3 Mrd. Euro bewertet.

Wie das Verhältnis zwischen Puma und PPR künftig aussehen wird, ist offen. Ende Mai hatte Puma-Chef Jochen Zeitz zum ersten Mal durchblicken lassen, dass sich die wiederholt in Aussicht gestellte Zusammenarbeit mit PPR womöglich doch nicht so reibungslos gestalten könnte wie geplant. Es sei fraglich, ob die angestrebten Synergien erreicht würden, falls PPR keine zusätzlichen Aktien mehr angedient werden, sagte Zeitz.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%