Schwache Rohstoffpreise
In Kanadas Unternehmen wird das Geld knapp

Im Rohstoffland Kanada haben große und kleine Unternehmen wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit und des Preisverfalls bei Rohstoffen auf Sparen umgeschaltet. Dies betrifft auch die Arbeitsplätze. Kanadas größtes diversifiziertes Bergbauunternehmen, die in Vancouver ansässige Teck Cominco, kündigte Anfang Januar die Streichung von 1 400 Stellen an. Das sind 13 Prozent des gesamten Personals.

OTTAWA. Teck Cominco ist einer der großen Produzenten von Kupfer, Zink und metallurgischer Kohle. Der Stellenabbau sei Teil einer Strategie, in Zeiten schwacher Rohstoffpreise die Kosten zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, erklärte das Unternehmen. Teck-Präsident Don Lindsay spricht von einem „substanziellen Rückgang der Rohstoffpreise“. Durch den Stellenabbau will das Unternehme 85 Mio. kanadische Dollar (52 Mio. Euro) einsparen. Dies sind weniger als ein Prozent der Schulden, die Teck auf sich lud, als es im Sommer Fording Canadian Coal Trust kaufte. Die Akquisition belastet die Bücher mit 9,8 Mrd. Dollar. Seit dem Kauf von Fording ist die Nachfrage nach Kohle und damit der Preis drastisch gefallen.

Kanada hat in den vergangenen Jahren mehrere große Bergbauunternehmen verloren. So übernahm Rio Tinto den Aluminiumerzeuger Alcan, Xstrata den Kupferförderer Falconbridge. Der Nickelproduzent Inco wurde 2007 von der brasilianischen CVRD gekauft, die sich in Vale-Inco umbenannte. Auch diese Unternehmen kämpfen: Vale teilte im Dezember mit, dass der Produktionsplan in Kanada den Bedingungen des globalen Nickelmarkts „angepasst“ werden müsse. So stellt eine Mine bei Sudbury, Ontario, ihre Förderung auf unbestimmte Zeit ein, die Entwicklung einer zweiten Mine am gleichen Standort wird verschoben. Die Voisey’s-Bay-Mine wird im Juli einen Monat stillstehen. Zugleich wurde ein Programm aufgelegt, das Arbeitnehmern ein vorzeitiges freiwilliges Ausscheiden schmackhaft machen soll.

Doch nicht nur bei den Kohle und Metallen ist die Krise spürbar: Der in Minnesota ansässige Düngemittelproduzent Mosaic hat in dieser Woche 1 000 Mitarbeitern der beiden Kali-Minen Ersterhazy und Colonsay in der Provinz Saskatchewan mitgeteilt, dass sie ihre Arbeitsplätze vorübergehend für einige Wochen oder auf unbestimmte Zeit verlieren. Auch hier ist der Rückgang bei der Nachfrage der Grund für den Stellenabbau. Kanada ist weltweit der wichtigste Kali-Lieferant.

„Selbst in großen Unternehmen wird das Geld knapp“, sagt Andrew Terentiew, Bergbauanalyst von Scotia Capital, dem Investmentzweig der Scotiabank-Gruppe. D

ie Konzerne müssten angesichts der Schwierigkeiten auf dem Kreditmarkt ihr Geld zusammenhalten. „Es ist sehr teuer, jetzt neues Geld aufzunehmen, um Operationen zu finanzieren.“ Die Sicherung der Bar-Rücklagen und das Abzahlen von Schulden habe „Top-Priorität“. Terentiew mutmaßt zudem, dass die Unternehmen darauf abzielen, die Rohstoffpreise zu stützen und daher die Produktion einschränken, was zu einem weiteren Stellenabbau führt.

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