Schwache Wachstumsraten erwartet
Pharmabranche geht auf Sparkurs

Die Pharmabranche hat das Jahr 2004 mit relativ soliden Wachstumsraten abgeschlossen. Doch angesichts verhaltener Perspektiven bahnt sich in der Branche nun offenbar die nächste Kostensenkungs-Welle an, diesmal vor allem im Vertrieb. Und als möglicher Trendsetter gilt Branchenführer Pfizer.

shf FRANKFURT. Das Wall Street Journal berichtet von Plänen bei Pfizer, weitere zwei Milliarden Dollar an Kosten einzusparen. Analysten spekulieren seit Tagen über Pläne des US-Konzerns, seine Außendienst-Mannschaft um rund ein Drittel zu verkleinern.

Derart heftige Einschnitte, schätzt Pharma-Experte Lucas Herrmann von der Deutschen Bank, könnten andere Akteure ermutigen, dem Beispiel zu folgen. Hintergrund sind nachlassende Wachstumsraten und Patentabläufe bei wichtigen Produkten. Um die hohe Ertragskraft zu verteidigen, werden daher Effizienzsteigerungen immer wichtiger. Das gilt insbesondere für Branchenvertreter, die derzeit bereits unter schwachen Wachstumsraten leiden, so etwa Pfizer, Glaxo-Smithkline, Merck & Co oder Bristol-Myers.

Etliche Unternehmen, darunter auch Bayer und die Berliner Schering AG, haben im vergangenen Jahr bereits Strukturmaßnahmen eingeleitet. Der Schritt von Pfizer wäre nun vor allem insofern wegweisend, als er womöglich das Wettrüsten im Außendienst beenden würde. "Der Rest des Sektors wartet auf den ersten Schritt von Pfizer", so Duncan Moore von Morgan Stanley in einer Analyse.

In den vergangenen Jahren hatten Pharmakonzerne vor allem auf dem US-Markt ihrer Außendienst-Mannschaften stetig ausgebaut und damit ihre Umsätze erfolgreich nach oben getrieben. Doch diese Praxis gerät zusehends in die Kritik und die Produktivität der sogenannten "Reps" nimmt ab.

Im Schnitt ein Drittel ihrer Umsätze investiert die Branche in Verwaltung, Vertrieb und Marketing, doppelt so viel wie andere Industrien. Das Sparpotenzial gilt daher als erheblich.

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