Schwacher Astra-Absatz
PSA kürzt die ersten Jobs bei Opel

Nach der Übernahme durch den französischen PSA-Konzern wächst bei Opel die Angst vor Stellenabbau. Im britischen Werk streichen die Franzosen nun die ersten Jobs, weil der Absatz sich schlechter entwickelt hat als erwartet.
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ParisDie Euphorie in Rüsselsheim ist mittlerweile der Vorsicht gewichen. Denn der neue französische Mutterkonzern PSA hat sehr klar formuliert, was er von den Opelanern erwartet: Spätestens 2020 soll die Marke wieder Gewinne machen. Und die wird es ohne Einsparungen nicht geben. Die Frage ist längst nicht mehr, ob bei Opel Jobs gestrichen werden, sondern wo.

Dass die Franzosen mit ihrem Effizienzprogramm nicht lange warten wollen, machen sie gerade am Standort Ellesmere Port deutlich. In diesem britischen Werk der Schwestermarke Vauxhall wird der Astra gebaut – eine Modellreihe, die im vergangenen Jahr noch als größer Hoffnungsträger gefeiert wurde und sogar auf dem Autosalon in Genf als „Europas Auto des Jahres“ ausgezeichnet worden war. Trotz guter Testberichte und viel Lob verkauft sich der Astra aber nur schleppend. Im Verkauf zum Vorjahr sanken die Verkäufe des vergleichsweise neuen Modells um acht Prozent.

Besonders in Großbritannien stagnieren die Verkäufe seit Brexit-Entscheidung. In einem insgesamt wachsenden europäischen Markt hat Opel trotz hoher Rabatte seit Jahresbeginn weniger Fahrzeuge verkauft. Das spüren die Arbeiter im britischen Werk in Ellesmere Port als erste. 400 Jobs will PSA dort streichen, teilte der Konzern am Freitag mit – ein Viertel der gesamten Belegschaft.

Im vergangenen Jahr hatte das Werk 126.000 Fahrzeuge gebaut und beschäftigt derzeit noch 1600 Mitarbeiter. Künftig soll der Astra allerdings nur noch mit einer Schicht gebaut werden. Der Personalabbau soll durch freiwillige Abfindungen realisiert werden.

Dass in Großbritannien gestrichen wird und nicht am zweiten Astra-Produktionsstandort Gliwice in Polen, zeigt auch, dass PSA stärker auf die Kosten schaut als auf die politischen Signale. PSA-Chef Carlos Tavares und sein Team lassen keinen Zweifel zu: Opel soll auf Rendite getrimmt werden und sich dabei am Beispiel der französischen Schwestermarken Peugeot und Citroën orientieren.

Welche Einsparungen in Deutschland anstehen, ist allerdings noch unklar. Bislang hatte Tavares immer betont, alle Beschäftigungs- und Standortzusagen einzuhalten, die General Motors den Opelanern gemacht hat. Bis zum Jahr 2018 darf es demnach keine betriebsbedingten Kündigungen geben, für die Standorte gilt ein Bestandsschutz bis 2020. Wie es danach weitergeht, ist offen.

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  • @ Herrn Ebert: Volkswagen? da gibt es auch noch Daimler, BMW, Renault, PSA! Vielleicht wird es Opel in der heutigen Form nicht mehr geben, aber im PSA Konzern werden die Werke und die Mitarbeiter weiter bestehen.

  • Opel wird es bald nicht mehr geben. Andere (Volkswagen, S-Korea, Japan) hat die besseren Autos. Man kann nur hoffen, dass die überschlauen Opelkäufer in ein paar Jahren überhaupt noch Ersatzteile bekommen.

    Wer schlau war, hat die wertvollen Produkte der Volkswagen-AG gekauft, andere, die meinten sie sind schlauer, bekommen nun die Rechnung.

  • Warum wird das britische Werk nicht geschlossen, 1600 Mitarbeiter sind nicht einmal 1% der PSA Mitarbeiter?
    Wenn die Briten nicht genügend Autos kaufen wollen, dann sollte ihnen bewusst sein, dass man ihren Standort nicht halten kann.
    Es wäre unklug die hohen britischen Gehälter zu zahlen, bei geringem Autoabsatz.

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