Schwacher US-Getränkemarkt macht Coca-Cola mehr zu schaffen
Pepsi pusht seinen Gewinn mit Kartoffelchips

Zahlreiche neue Produkte und ein rasant wachsendes Geschäft in Asien haben dem amerikanischen Getränke- und Snackhersteller PepsiCo Inc. im dritten Quartal mit 1,36 Mrd. Dollar 35 Prozent mehr Gewinn beschert.

NEW YORK. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 Prozent auf rund 7,26 Mrd. Dollar – das allerdings schwächste Quartalswachstum seit einem Jahr.

Während die Nummer zwei auf dem weltweiten Getränkemarkt Erfolgsmeldungen liefert, herrscht beim Branchenprimus Coca-Cola Katerstimmung: Vorstandschef Neville Isdell musste vor zwei Wochen verkünden, dass Coke für die Monate Juli bis September wenigstens ein Viertel weniger Gewinn erwartet als im vergangenen Jahr. Und in einer Telefonkonferenz mit Analysten räumte Isdell ein, dass der Hauptkonkurrent derzeit besser dastehe: „Coca-Cola sollte anfangen, es Pepsi gleichzutun.“

Von Pepsi lernen hieße vor allem: Nicht nur Limonade verkaufen, sondern auch Chips, Fruchtsaft und Mineralwasser. Dazu Cornflakes und Sportgetränke. Knabbereien und Getreideflocken liefern inzwischen 39 Prozent des Umsatzes und 49 Prozent des Gewinns, sagt Robert van Brugge, Analyst bei der New Yorker Investmentboutique Sanford C. Bernstein. Frito-Lay verkauft 60 Prozent aller salzigen Snacks in den USA und ist außerhalb Nordamerikas mit 33 Prozent Marktanteil Nummer eins.

Dazu füllen vor allem Fruchtsäfte der Marken Tropicana oder SoBe die Pepsi-Kassen. „Pepsi hat schneller als Coca-Cola erkannt, dass die Kunden in den USA gesündere Getränke wollen“, sagt van Brugge. Den größten Anteil am achtprozentigen Umsatzplus bei kohlensäurefreien Getränken hatte 2003 die Sportler-Mixtur Gatorade.

Allein im klassischen Geschäft mit zucker- oder süßstoffgeladenen Erfrischungsgetränken haben die Erzrivalen in den Augen der Analysten die gleichen Probleme. Der US-Markt für kohlensäurehaltige Getränke ist in den letzten fünf Jahren jeweils um weniger als ein Prozent gewachsen. Außerhalb Amerikas hat Coca-Cola die Nase vorn, trotz Pepsis stärkerer Vorstellung im letzten Quartal. 70 Prozent des Coke-Umsatzes kommen aus dem Ausland, bei Pepsi ist der Anteil nur halb so groß. „Die Marke Coke ist so bekannt, dass sie auf jedem Markt gewinnt“, meint Analyst Matthew Reilly vom Finanzinformationsdienst Morningstar in Chicago. Internationale Expansionschancen räumen die Experten eher Gatorade oder der Snack-Serie von Frito-Lay ein. „Ein Kampf gegen Coca-Cola wäre sehr teuer“, sagt Reilly.

Aber auch Frito-Lay muss Federn lassen, vier US-Fabriken mit 780 Mitarbeitern werden geschlossen. PepsiCo-Chef Steve Reinemund, will die Kostenersparnis nutzen, um den Vertrieb in China und Indien zu stärken und das Marketing fettärmerer Produkte für den US-Markt zu stärken.

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