Schwaches Quartal: Starker Euro setzt Linde zu

Schwaches Quartal
Starker Euro setzt Linde zu

Linde ist zum Jahresende ein „Opfer“ des starken Euro geworden. Im Gesamtjahr aber stehen Rekordwerte. Der scheidende Chef Wolfgang Reitzle verteilt daher ein Geschenk an die Aktionäre.
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MünchenDer starke Euro wird für den weltgrößten Industriegase-Hersteller Linde immer mehr zur Belastung. Zwar meldete der scheidende Konzernchef Wolfgang Reitzle für das vergangene Jahr Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn. Doch Währungsverluste knabberten zunehmend am Ergebnis, wie Linde am Montag mitteilte.

Reitzle bekräftigte zwar das mittelfristige Ziel eines operativen Ergebnisses von mindestens fünf Milliarden Euro im Jahr 2016. Sollte aber der Euro weiterhin so stark bleiben wie Ende des vergangenen Jahres, rechnet er nun 2016 mit Ergebniseinbußen von rund 400 Millionen Euro. Bisher hatte Linde mögliche Belastungen auf etwa 250 Millionen Euro taxiert.

Den Aktionären versprach Reitzle, der Linde im Mai mit Abschluss der Hauptversammlung nach mehr als elf Jahren an der Spitze verlassen wird, eine Anhebung der Dividende um 30 Cent auf 3,00 Euro je Aktie. Analysten hatten mit weniger gerechnet.

„Wir konnten uns ganz gut behaupten, obwohl die Rahmenbedingungen nicht günstig waren und unser Wachstum insbesondere im zweiten Halbjahr von Währungskurseffekten beeinträchtigt wurde“, sagte Reitzle. Der Konzern, der inzwischen den Erzrivalen Air Liquide an der Spitze der Gasebranche abgelöst hat, steigerte 2013 den operativen Gewinn um 7,6 Prozent auf einen Spitzenwert von 3,97 Milliarden Euro.

Vor allem die Übernahme des auf Medizingase ausgerichteten US-Gesundheitsdienstleisters Lincare und starke Geschäfte im Anlagenbau schoben das Ergebnis an. Dazu kamen Effekte aus einem mehrjährigen Sparprogramm, das Linde 2013 rund 220 Millionen Euro brachte. Währungsverluste durch den starken Euro schmälerten den operativen Gewinn allerdings um 148 Millionen Euro.

Besonders deutlich wurde dies im vierten Quartal, in dem der operative Gewinn sogar um 3,6 Prozent auf 970 Millionen Euro zurückging.

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  • Alles Gute Herr Dr. Reitzle!

    Schade dass Sie nicht in die Politik gehen. Dort sind klar denkende Menschen wie Sie, die sich zudem nicht verbiegen lassen dringend notwendig.

    http://www.youtube.com/watch?v=3jw54ZR-Vl8

  • Dottore Reitzle geht nun erst mal in den Ruhestand und seit dem tut sich nicht mehr viel bei Linde. Schuld ist selbstverständlich der starke Euro. Die erste Erklärung überzeugt, die letztere weniger.

  • Aha - Starker Euro. Die Exportindustrie sollte sich bewusst machen, dass der Euro im Vergleich zur DM ein Milliardengeschenk ist; durch Haftungsmilliarden ermöglicht.

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