Schwaches Weihnachtsgeschäft
Zapf verfehlt erneut seine Ziele

Der fränkische Puppenhersteller Zapf Creation hat nach einem schwachen Weihnachtsgeschäft vorläufige Bilanz gezogen und wird die selbst gesteckten Ziele 2004 verfehlen.

HB MÜNCHEN. Der Umsatz im vierten Quartal werde mit rund 60 Mill. € unter dem des Vorjahres von 62,3 Mill. € bleiben, teilte Zapf am Mittwoch in Rödental mit. Auch das operative Ergebnis bleibe mit zwei Mill. € unter den drei Mill. € aus 2003. „Für das Gesamtjahr 2004 impliziert diese Entwicklung einen Umsatz von rund 175 Mill. € mit einem operativen Ergebnis von rund 14 Mill. €.“

Zum Ausblick auf das kommende Jahr äußerte sich Zapf nicht. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir den Boden erreicht haben“, sagte allerdings Finanzvorstand Rudolf Winning in einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“ (Mittwochausgabe) mit Blick auf die Umsatzentwicklung 2005. Einen genaueren Ausblick solle es im Frühjahr geben.

Zapf hatte für 2004 ursprünglich einen Umsatz von 190 Mill. € sowie ein Ebit von 24 Mill. € prognostiziert. Bei der Vorlage der Neun-Monatszahlen hatte Zapf aber bereits angekündigt, das Umsatzziel nicht erreichen zu können. Zu den Gewinnerwartungen hatte sich der Hersteller der „Baby Born“-Puppen nicht mehr äußern wollen.

Noch Ende November hatte Zapf eine Aussage von Unternehmenschef Thomas Eichhorn, das Unternehmen werde im Schlussquartal des Jahres schlechter abschneiden als im Vorjahr, zurück gezogen. Eine Konzernsprecherin hatte darauf beharrt, dass sich Eichhorn falsch verstanden gefühlt habe. Vielmehr sei Zapf davon ausgegangen, mindestens das - ohnehin schon eher schwache - Vorjahresniveau zu erreichen. 2003 hatte Zapf bei einem Umsatz von rund 200 Mill. € noch einen operativen Gewinn von 23,4 Mill. € erwirtschaftet.

Zapf Creation macht einen Großteil seines Umsatzes in der zweiten Jahreshälfte, am wichtigsten ist das Weihnachtsgeschäft. Seit Jahren hat die gesamte Spielwarenbranche allerdings erheblich mit der schwachen Konsumneigung der Verbraucher zu kämpfen. Zapf belasten herbe Verkaufseinbußen in Deutschland und den USA. Bereits im vergangenen Jahr musste Zapf deswegen mehrfach seine Erwartungen zurückschrauben und schickte seine Aktie damit auf Talfahrt. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Zapf-Aktie mehr als 35 % an Wert verloren. Im September fiel Zapf wegen seiner geringeren Marktkapitalisierung aus dem Index für mittelgroße Unternehmen MDax heraus und ist seitdem im Kleinwerteindex SDax gelistet.

Trotz der schlechten Geschäftsentwicklung ermögliche der erwartete Jahresüberschuss Dividendenkontinuität, teilte Zapf dennoch mit. „Vorstand und Aufsichtsrat werden daher eine Dividende in Höhe von einem Euro je Aktie der Hauptversammlung vorschlagen.“ Dies versöhnte die Investoren am Mittwoch: die Aktie legte 2,46 % auf 14,60 € zu. Die Analysten von ABN Amro waren nicht so optimistisch: die Geschäftsentwicklung unterstreiche trotz der konstanten Dividende die anhaltenden Schwierigkeiten von Zapf auf das schwache Konsumverhalten der Verbraucher und die sich verändernde Branche zu reagieren.

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