Schwächelnder Branchenprimus: Volkswagen-Gewinn bricht ein

Schwächelnder Branchenprimus
Volkswagen-Gewinn bricht ein

Die Krise hat den größten Autohersteller Europas erfasst. Volkswagen fährt im operativen Geschäft zwar immer noch einen Milliardengewinn ein - doch der schrumpft im ersten Halbjahr um satte 12 Prozent.

WolfsburgDie Krise auf dem europäischen Automarkt und hohe Investitionen in die Zukunft haben den Gewinn von Volkswagen im ersten Halbjahr stark belastet. Wegen sinkender Verkäufe auf dem Heimatmarkt, Ausgaben für die Entwicklung neuer Modelle und hoher Kosten für die Einführung eines Baukastensystems schrumpfte das operative Ergebnis in den ersten sechs Monaten um zwölf Prozent auf 5,8 Milliarden Euro, wie Europas größter Autobauer am Dienstagabend überraschend bekanntgab. Damit schlugen sich die Wolfsburger aber besser als erwartet und bekräftigten ihre Prognose, wonach der Betriebsgewinn im Gesamtjahr trotz der Belastungen stabil gehalten werden soll.

Im zweiten Quartal bremste der Wolfsburger Zwölf-Marken-Konzern den Gewinnrückgang damit deutlich. In den ersten drei Monaten war das operative Ergebnis noch um mehr als ein Viertel eingebrochen. Damals hatte Volkswagen bereits angedeutet, dass das Geschäft in den folgenden Monaten besser ausfallen dürfte. Details zur Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal wollte der Vorstand am Mittwoch bei der Vorlage des Zwischenberichts erläutern.

Volkswagen steckt derzeit Milliarden in das neue System gleicher Baugruppen und Module, durch das die Kosten drastisch sinken sollen. Davon erhofft sich der Konzern einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz. Die schläft allerdings nicht - fast alle Konkurrenten von Toyota über Hyundai bis Daimler und BMW feilen an ähnlichen Konzepten und wollen sich den Wolfsburgern nicht kampflos ergeben.

Zugleich baut VW, derzeit Nummer drei unter den Autobauern, die Produktion weltweit aus und stampft rund um den Globus neue Werke aus dem Boden, um in einigen Jahren die Spitze der Autowelt zu erklimmen. Dort thront der wieder erstarkte Toyota-Konzern. Um in dessen Schlagweite zu gelangen, muss Volkswagen zunächst an General Motors vorbeiziehen. Den Abstand zur Opel-Mutter bei den Auslieferungen hat Volkswagen bereits verringert.

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