Schwächeres Marktumfeld
BMW enttäuscht Markterwartungen

Nach dem Konkurrenten Daimler hat sich jetzt auch BMW von seinen Gewinnzielen für das laufende Jahr verabschiedet. Die hohen Rohstoffpreise und Rückstellungen für Kreditausfälle führten im ersten Halbjahr bei dem lange erfolgsverwöhnten Autobauer zu einem Gewinneinbruch. Das angepeilte Vorsteuerergebnis von 3,8 Mrd. Euro ist nun nicht mehr erreichbar. Als Konsequenz will BMW den Sparkurs verschärfen.

ax/ HB MÜNCHEN. „Wir müssen und werden unsere Anstrengungen auf der Kosten- und Leistungsseite noch mal verstärken“, kündigte Vorstandschef Norbert Reithofer an. BMW hatte bereits den Abbau von rund 8000 Arbeitsplätzen angekündigt. Davon betroffen sind vor allem Leiharbeiter. Zudem will der Konzern Milliarden im Einkauf einsparen. Nun soll noch einmal draufgesattelt werden.

Mit der Gewinnwarnung von BMW war im Markt gerechnet worden. Allerdings fiel das Ergebnis im ersten Halbjahr noch einmal schlechter aus als von Analysten befürchtet. Der Vorsteuergewinn bracht im Halbjahr von 1,9 auf 1,2 Mrd. Euro ein. Dem BMW-Konzern wird derzeit seine starke Position in den USA zum Verhängnis. Zum einen spürt der Autobauer den schwachen Dollar. Zudem ist der Gebrauchtwagenmarkt in den USA extrem schwach. Als Folge sinken die Erträge für Fahrzeuge, die aus Leasingverträgen zurückkommen. Desweiteren drohen in den USA Kreditausfälle. Die Vorsorge für sogenannte Restwertrisiken wurde auf satte 695 Mill. Euro erhöht.

Ein konkretes Gewinnziel für 2008 gibt der Konzern nicht mehr aus. Allerdings wird eine Umsatzrendite von vier Prozent angestrebt. Das könnte auf ein Vorsteuerergebnis von etwa 2,3 Mrd Euro hinauslaufen.

Die Analysten der Unicredit zeigten sich überrascht vom Ausmaß, in dem das Unternehmen seine Prognosen zurückgenommen hat. Das Institut werde seine Schätzungen für dieses Jahr nach unten anpassen. Die Schätzungen für 2009 würden ebenfalls gesenkt, aber in geringerem Umfang, weil sie hier schon zuvor etwas vorsichtiger geschätzt hätten, sagten die Analysten.

Sie hielten es für erfreulich, dass nun auch die Konsensschätzungen gesenkt werden, die sie bislang für zu hoch hielten. Kurzfristig könnte der BMW-Aktienkurs unter Druck stehen und bis auf 25 oder 26 Euro zurückfallen. Für langfristig orientierte Anleger würde dies aber eine interessante Kaufgelegenheit darstellen, weil sich die Ertragslage mit Einführung neuer Modell im Jahr 2010 wieder verbessern dürfte.

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