Schwächeres Renditewachstum erwartet
Schering kann Tempo womöglich nicht halten

Nach Informationen aus Branchenkreisen erwartet das Berliner Pharmakonzern Schering in den nächsten Jahren eine geringere Steigerung der Ertragskraft, als es zuletzt der Fall war.

HB BERLIN. „Die Umsatzrendite soll weniger als einen Prozentpunkt jährlich steigen“, sagte eine mit den Planungen vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. „Mehr ist zunächst nicht zu stemmen.“ Mit dem laufenden Spar- und Effizienzprogramm „Focus“ soll die Umsatzrendite im laufenden Jahr auf 18 Prozent von rund 14 Prozent im Jahr 2003 gesteigert werden. Bereits für 2005 hat der Konzern mehr als 17 Prozent prognostiziert. Schering hatte bereits angekündigt, auch nach 2006 die Rentabilität weiter zu verbessern, aber keine Angaben zur Größenordnung gemacht.

Der Umsatz des Konzerns werde wegen des starken Wachstums vor allem der neuen Verhütungsmittel aber auch 2006 weiter steigen, sagte ein anderer Branchenvertreter, der mit den Planungen vertraut ist. Schering rechne mit einem Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich in Landeswährungen.

Ein Schering-Sprecher wollte die Informationen aus den Kreisen nicht kommentieren. Er verwies auf den 20. Februar, an dem Schering vorläufige Zahlen für 2005 veröffentlichen wolle und sich voraussichtlich auch zum Ausblick äußern werde.

Die Schering-Aktie lag gegen Mittag 1,9 Prozent tiefer auf 54,80 Euro. Belastet wurde der Kurs vor allem durch die Schering-Mitteilung, dass eine niedrig dosierte Variante der Anti-Baby-Pille Yasmin noch keine endgültige Zulassung für den nordamerikanischen Markt erhalten habe. Die Pille Yaz soll auch zur Linderung von Beschwerden vor der Menstruation dienen.

Gestützt werden soll das Konzern-Wachstum weiter durch den wichtigsten Umsatzträger, das Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon, hieß es aus den Branchenkreisen. Hier sei wie im Gesamtkonzern für 2006 ein Umsatzplus im einstelligen mittleren Prozentbereich geplant. Die Pille Yasmin solle ihren Absatz weiter zweistellig steigern, hieß es. Yasmin ist nach Betaferon zum wichtigsten Produkt von Schering geworden.

Schering hatte sein Programm zur Steigerung der Profitabilität auch mit der Begründung aufgelegt, dass andere Pharmakonzerne Umsatzrenditen von über 20 Prozent erzielen. Im Zuge von „Focus“ trennte sich Schering von einer Anzahl kleinerer Produkte. Bis 2006 ist zudem der Abbau von rund 2000 Stellen vorgesehen. Der Konzern will außerdem rund die Hälfte seiner 24 Produktionsstätten weltweit aufgeben.

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