Schwarze Kassen bei Siemens
Ermittler rechnen mit langem Verfahren

In der Affäre um schwarze Kassen beim Münchener Technologie-Konzern Siemens rechnet die Staatsanwaltschaft München mit einem langwierigen Verfahren.

cha MÜNCHEN. Per Pressemitteilung teilte der leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld gestern mit, dass die Ermittlungen der elfköpfigen Sonderkommission mit dem Namen „Netzwerk“ andauerten. „Diese Arbeiten werden noch geraume Zeit in Anspruch nehmen.“

Tatvorwurf, so die Ermittler, sei weiterhin „Untreue zum Nachteil der Firma Siemens AG“, heißt es. Weitere Details werden nicht genannt. In ihrer vorhergehenden Stellungnahme hatte die Behörde noch davon gesprochen, die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, „dass sich die in Untersuchungshaft genommenen Beschuldigten zu einer Bande zusammengeschlossen haben, um fortgesetzt Untreuehandlungen zum Nachteil der Firma Siemens durch die Bildung schwarzer Kassen im Ausland zu begehen“.

Derzeit sind noch fünf der insgesamt zwölf Beschuldigten in Haft. Ob gegen sie der Vorwurf der Bandenbildung, der ein hartes Strafmaß gestattet, aufrechterhalten wird, ließ die Staatsanwaltschaft offen. Die Behörde wirft den Beschuldigten, darunter zwei ehemalige Vorstände des Telekommunikationsbereichs Com vor, rund 200 Mill. Euro aus Siemens-Kassen abgezweigt zu haben. Das Geld soll über Auslandskonten für Schmiergeldzahlungen eingesetzt worden sein. In der vergangenen Woche war einer der möglichen Tatbeteiligten nach umfangreichen Aussagen auf freien Fuß gesetzt worden.

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