Schwarze Zahlen im Quartal
Anleger strafen Wacker Chemie trotz guter Zwischenbilanz ab

Der Börsenneuling Wacker Chemie hat im ersten Quartal gut abgeschnitten. Der Umsatz wuchs um ein Drittel; der operative Gewinn verdoppelte sich sogar. Unterm Strich stehen jetzt schwarze Zahlen.

HB MÜNCHEN. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sei von 92 auf 183,6 Mill. Euro geklettert, teilte das Spezialchemieunternehmen am Dienstag in München mit. Der Umsatz wuchs von 608,2 auf 798,5 Mill. Euro. Für das gesamte Jahr peilt das Unternehmen nun einen Umsatzzuwachs von leicht über 10 Prozent an; im vergangenen Jahr hatte er bei 2,8 Mrd. Euro gelegen. Der operative Gewinn soll auf 640 bis 680 Mill. Euro steigen; im Vorjahr hatte er 609 Mill. Euro betragen.

Unter dem Strich wies das Unternehmen nach einem Quartalsverlust von 20,3 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum nun einen Nettogewinn von 66,2 Mill. Euro aus. Das vor der Aufnahme in den Nebenwerteindex MDax stehende Unternehmen verwies darauf, dass der Gewinnsprung im ersten Quartal trotz gestiegener Energie- und Rohstoffpreise gelungen sei.

„Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2006 sieht Wacker eine Fortsetzung dieser positiven Entwicklung“, hieß es. Die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr stehe aber unter der Voraussetzung, dass das wirtschaftliche Umfeld anhaltend gut bleibe und nicht durch den hohen Ölpreis beeinträchtigt werde. Im Vorjahr hatte das erste Quartal deutlich unterproportional zu den Jahresergebnissen bei Umsatz und Betriebsgewinn beigetragen.

Die Anleger reagierten verstimmt auf die Quartalsbilanz; die Anteilsscheine verloren knapp 5 Prozent auf 102,50 Euro. „Die Zahlen waren brillant, aber sie haben den Ausblick nicht angehoben, und allein dafür werden sie abgestraft“, kommentierte ein Händler. Der Ausgabepreis für Wacker-Aktien beim Börsengang im April hatte 80 Euro betragen.

Wacker Chemie ist ein führenden Hersteller von Reinstsilizium, das in der Chipindustrie und für Solarzellen verwendet wird. Die Wacker-Tochter Siltronic stellt selbst so genannte Wafer-Scheiben her, auf denen Computerchips produziert werden. Die Aktien von Wacker Chemie sind seit rund fünf Wochen an der Börse notiert; die Emission ist mit rund 1,2 Mrd. Euro Volumen der voraussichtlich größte Börsengang in Deutschland in diesem Jahr.

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