Schwarzgeldaffäre
Siemens setzt jetzt auf externe Prüfer

In der Schwarzgeldaffäre um Siemens hat der Aufsichtsrat des Konzerns eine Anwaltskanzlei mit der Überprüfung seiner internen Kontrollregeln beauftragt.

HB MÜNCHEN. „Debevoise & Plimpton wird eine unabhängige Untersuchung der internen Siemens-Compliance- und Kontrollsysteme durchführen“, teilte Siemens am Montag mit. Dabei werde es auch um den aktuellen Schwarzgeldfall gehen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG werde die Anwälte unterstützen. Die Anwaltskanzlei werde eine weitere unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hinzuziehen, um das bestehende Regelwerk auf Schwachstellen abzuklopfen.

Zudem ersetzt Siemens den Chef seiner internen Kontrollstelle. Ein externer Mitarbeiter aus der Justiz werde ab Januar neuer Leiter des sogenannten Compliance Offices.

Der Anti-Korruptionsexperten Michael Hershman sei zum Berater berufen worden. Das Gründungsmitglied der Anti-Korruptionsorganisation Transpareny International werde den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates in Sachen Korruptionsbekämpfung beraten, hieß es. Sowohl Debevoise & Plimpton als auch Hershman würden mit umfangreichen Einblicksrechten ausgestattet, um effektiv vorgehen zu können, sagte ein Konzernsprecher.

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt in der Schwarzgeldaffäre gegen ein Dutzend Beschuldigte. Sie sollen bei Siemens rund 200 Mill. Euro abgezweigt und auf schwarze Kassen im Ausland geleitet haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Geld für Schmiergeldzahlungen verwendet wurde. Laut Medienberichten liegen den Behörden mittlerweile sechs Geständnisse vor. Fünf Verfolgte sitzen derzeit in Haft.

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