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Schwedische GM-Tochter: Saab beantragt Gläubigerschutz

Der zum US-Konzern General Motors (GM) gehörende Autohersteller Saab beantragt Gläubigerschutz, will die Produktion aber fortsetzen. Das beschloss der Aufsichtsrat am Freitagmorgen. Als mögliche Rettung für Saab gilt nach Medienberichten ein Zusammengehen mit Opel. Die deutsche GM-Tochter ist auf jeden Fall von der Entwicklung betroffen.

Das Logo von Saab in der Mitte einer Autofelge. Die schwedische GM-Tochter strebt eine Rekonstruktion an und will sich aus dem Konzern herauslösen. Quelle: dpa
Das Logo von Saab in der Mitte einer Autofelge. Die schwedische GM-Tochter strebt eine Rekonstruktion an und will sich aus dem Konzern herauslösen. Quelle: dpa

DÜSSELDORF/STOCKHOLM. Nun also doch: Nachdem bereits am Donnerstag über die unmittelbar bevorstehende Insolvenz von Saab spekuliert worden war und der Aufsichtsrat seine außerordentliche Sitzung vertagt hatte, hat der schwedische Autobauer am Freitag den Gang unter Gläubigerschutz beschlossen. Die schwedische Spielart namens Rekonstruktion erlaubt das Weiterführen der Geschäftstätigkeit. Das Verfahren ist vergleichbar mit Chapter Eleven in den USA, das eine Insolvenz verhindern helfen soll.

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"Wir haben alle möglichen Optionen überprüft und werden das weiterhin tun, um die Finanzierung sicherzustellen oder Saab zu verkaufen. Wir haben beschlossen, dass eine Reorganisation der beste Weg ist, um eine wirklich unabhängige Einheit zu schaffen, die attraktiv ist für Investoren", erklärte der geschäftsführende Saab-Direktor Jan-Ake Jonsson. Der schwedische Autobauer will sich im Zuge des Verfahrens aus dem GM-Konzern herauslösen.

Saab hat im vergangenen Jahr 94 000 Autos abgesetzt und beschäftigt 4 500 Mitarbeiter. An dem Unternehmen hängen bis zu 25 000 Arbeitsplätze bei Zulieferern. Es fährt seit mehreren Jahren hohe Verluste ein. Die schwedische GM-Tochter leidet unter dem Ausbleiben von Kapital aus den USA sowie von Hilfen durch Schwedens Regierung. Im Opel-Werk Rüsselsheim ist einem Unternehmenssprecher zufolge dennoch unverändert für April der Start der Vorserienfertigung für den Saab 9.5 geplant. Erste Prototypen des Saab-Spitzenmodells seien dort bereits gebaut worden. Eine Saab-Sprecherin sagte Handelsblatt.com am Freitag, diese Planungen seien unverändert. Wo die Serienproduktion angesiedelt würde, sei aber noch nicht entschieden. Das müsse nicht in Rüsselsheim sein. Opel jedoch geht einem Unternehmenssprecher zufolge davon aus, dass die Herstellung wie bisher geplant auch dann in Rüsselsheim bleibt, wenn der Saab 9.5 in die Serie geht.

Die schwere Krise des ums Überleben kämpfenden US-Mutterkonzerns General Motors hat damit auch die Traditionsmarke aus Schweden mit in den Abgrund gerissen. Der Insolvenzantrag ist auch ein Warnschuss für die deutsche GM-Tochter Opel, die momentan an einem Zukunftskonzept arbeitet und auf eine staatliche Bürgschaft dringt. GM hatte Mitte der Woche bei der Vorlage seines neuen Restrukturierungsplans gewarnt, Saab könne ohne staatliche Hilfen noch in diesem Monat pleite gehen.

Sollten bei Saab tatsächlich die Lichter ausgehen, dann wird Opel das Schicksal der Konzernschwester zu spüren bekommen, so Jürgen Pieper, Analyst des Bankhauses Metzler. "Sicherlich wäre dies ein Rückschlag für Opel", sagt Pieper. Denn dann müsste Opel auf Zehntausende von Produktionseinheiten verzichten. "Auch wenn dadurch nicht gleich die Plattform gefährdet ist, dürfte die Marge unter Druck geraten", sagt Pieper. Ein Aus von Saab werde die kritische Situation von Opel wohl weiter verschärfen.

Etwas anders sieht das Professor Wolfgang Meining von der Forschungsstelle für Automobilwirtschaft an der Uni Bamberg: "Sicherlich gerät die Marge unter Druck, aber was sind schon 67 000 Autos?" So viele Fahrzeuge hat Saab im vergangenen Jahr verkauft - und zwar nicht in Schweden, sondern in ganz Europa. "Saab ist wirklich ein kleines Unternehmen, dessen Marktanteil gerade einmal bei 0,1 Prozent liegt."

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