Schwedischer Autobauer
IAA im Alleingang: Saab will es wissen

Opels Schicksal beschäftigt seit Monaten die Massen. Mit Saab hat es einen europäischen Bestandteil des GM-Reichs indes noch heftiger gebeutelt. Die Schweden wurden im Februar unter Zwangsverwaltung gestellt. Auf der IAA wollen sie zeigen, dass sie wieder da sind. Saab präsentiert sich mit einem überraschend großen Stand und einem neuen Hoffnungsträger.

FRANKFURT. Überdimensionale Schneekristalle an den Wänden, glänzender weißer Boden und Lichtprojektionen, dazu sechs Wagen in den Farben weiß, silbern, anthrazit und schwarz: Saab tritt nordisch-dezent auf. Der Stand der Schweden in Halle 8 ist größer ausgefallen als bei der vergangenen IAA-Auflage im Jahr 2007. Der unabhängige Messeauftritt, in dessen Mittelpunkt der Hoffnungsträger steht, das neue Topmodell 9.5, passe viel besser zur Marke als das Aufgehen unter dem Dach von General Motors, wie Saabs Designchef Simon Padian im Gespräch mit Handelsblatt.com sagt. "Den Stand versteht Saab auch als ein Signal."

Mit der sportlich-eleganten Limousine und neuen Eigentümern will die schwedische Traditionsmarke endlich in die Erfolgsspur zurückkehren. "Alle sprühen vor Energie", sagt Padian. Saab gehörte seit zwei Jahrzehnten zu General Motors und hat seit 1996 keinen Gewinn mehr erzielt. Im Februar 2009 schließlich war das Unternehmen unter Zwangsverwaltung gestellt worden.

Ende August hat Saab, mit einer Produktion von 93 000 Einheiten im vergangenen Jahr und derzeit 3400 Mitarbeitern einer von Europas kleinsten Autoherstellern, das Insolvenz-Verfahren verlassen - befreit von einer 800-Millionen-Euro-Last, drei Vierteln seiner Gesamtschulden. Das Unternehmen wird für gut eine Mrd. Euro von einem Konsortium um die schwedische Sportwagenschmiede Koenigsegg übernommen. Der exklusive Autobauer produziert bisher mit 45 Mitarbeitern nur wenige Extrem-Sportwagen im Jahr, von denen einige mit mehr als 1000 PS fast 400 Kilometer pro Stunde fahren können und mehr als eine Mio. Euro kosten. Verkauft wurden im vergangenen Jahr 18 Exemplare.

Das nötige Kapital liefert der chinesische Autokonzern Beijing Automotive Industry Holding Cooperation (BAIC), der als Interessent bei Opel abgeblitzt war und sich nun als Minderheitsaktionär bei der Koenigsegg Group beteiligen will. So gelingt den Chinesen indirekt doch noch der Zugriff auf eine General-Motors-Tochter. Von dem BAIC-Einstieg verspricht sich Saab "fantastische Möglichkeiten" im Reich der Mitte, dem weltgrößten Automarkt. Unternehmenschef Jan Ake Jonsson will die Zahl der Händler dort auf 30 verdoppeln und erwägt, künftig auch in China zu produzieren.

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