Schwedischer Autobauer
Produktionsstart bei Saab erneut verschoben

Die Produktion beim schwer angeschlagenen schwedischen Autobauer Saab wird erneut verschoben. Die Diskussionen mit den Zulieferer seien noch nicht beendet. Neuer Termin für die Wiederaufnahme ist Ende August.
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StockholmDie zunächst für den 9. August geplante Wiederaufnahme der seit April stillstehenden Produktion kann nach Aussagen eines Saab-Sprechers nicht eingehalten werden, weil die Diskussionen mit den Zulieferern noch nicht beendet worden sind. Neuer Termin ist „frühestens die Kalenderwoche 35, die am 29. August beginnt“, teilte das Unternehmen mit. „Wir müssen eine Einigung mit sämtlichen Lieferanten über die Zahlungsmodularitäten und Lieferbedingungen erzielen“, sagte eine Sprecherin. Der schwedische Autobauer bezieht Teile von insgesamt 800 Zulieferern.

Viele Saab-Zulieferer hatten wegen unbezahlter Rechnungen wichtige Bauteile nicht mehr an Saab geliefert. Saab, das 2010 von dem US-Autobauer General Motors, an den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker verkauft wurde, hat bei seinen Lieferanten Schulden von rund 100 Millionen Euro. Das Unternehmen verhandelt seit mehreren Wochen über einen Abzahlungsplan.

Vor einem Monat hatte mit dem Auto-Hersteller Youngman Lotus ein zweiter chinesischer Investor sein Interesse an einem Einstieg bei Saab bekundet. Zuvor war bereits der chinesische Auto-Händler Pang Da bei Saab eingestiegen. Allerdings handelt es sich bisher nur um Absichtserklärungen, die noch der Zustimmung der chinesischen Behörden bedürfen. Um die Liquiditätskrise zu überwinden hatte Saab vor einem Monat auch Teile seiner Fabrikanlagen verkauft.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Schwedischer Autobauer: Produktionsstart bei Saab erneut verschoben"

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  • Es wäre doch wirklich für viele Zeitgenossen von großem Interesse, die Begründung der Europäischen Investitionsbank (EIB) zur dortigen ablehnenden Haltung hinsichtlich des russischen Investors Antonov zu erfahren.

    Man wird das Gefühl nicht los, dass in dieser Organisation "nach Gutsherrenart" gehandelt (oder auch nicht gehandelt) wird!

    Wie wäre denn eine Nachfrage zu diesem wichtigen Thema durch Ihr weithin angesehenes Blatt direkt bei der EIB (sog. investigativer Journalismus)?

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