Schweizer Chemiekonzern
Clariant verdreifacht Gewinn

Der Chemieriese Clariant aus Muttenz hat seinen Umsatz deutlich gesteigert und den Gewinn sogar verdreifacht. Konzernchef Kottmann ist auch für die Zukunft optimistisch. Doch Analysten hatten noch mehr Gewinn erwartet.
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Frankfurt/ZürichDer Schweizer Chemieriese Clariant erntet langsam die Früchte seines massiven Konzernumbaus. Im Auftaktquartal verdreifachte sich der Gewinn auf 50 Millionen Franken. „Clariant ist vierversprechend in das neue Jahr gestartet“, erklärte Konzernchef Hariolf Kottmann am Dienstag.

Zwar spürte auch die in Muttenz bei Basel ansässige Clariant wie andere Firmen der Chemieindustrie das flaue Wirtschaftsumfeld in Europa und in Amerika. Doch die Trennung von stärker konjunkturanfälligen Sparten und Kostensenkungen zahlten sich aus. Zudem profitierte Clariant als führender Hersteller von Enteisungsmitteln für Flugzeuge von dem frostigen Winterwetter im März.

„Trotz der anhaltend schwachen Wirtschaftslage ist Clariant so positioniert, dass wir unsere Ziele Schritt für Schritt umsetzen“, erklärte Kottmann. Er bekräftigte die Prognosen, die für das laufende Jahr ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen und eine weitere Verbesserung der Ertragskraft vorsehen.

Zudem bestätigte er die Mittelfristziele: Clariant peilt 2015 unter Ausschluss von Sonderposten eine operative Rendite (Ebitda-Marge) von mehr als 17 Prozent an. Die Rendite auf das investierte Kapital soll 2015 über dem Branchendurchschnitt liegen. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Im ersten Quartal betrug die operative Marge lediglich 13,7 Prozent nach 13,9 Prozent vor Jahresfrist.

Konzernchef Kottmann hatte bei Clariant einen umfassenden Umbau gestartet. Drei kleinere Sparten verkaufte er im Dezember für insgesamt 502 Millionen Franken an den US-Finanzinvestor SK Capital, um Clariant weniger anfällig für Konjunkturschwankungen zu machen.

Von den Bereichen Lederchemie sowie Reinigungschemikalien und Zwischenprodukte will sich Kottmann ebenfalls trennen. „Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende des Jahres auch da einen Abschluss haben werden,“ sagte Finanzchef Patrick Janny Reuters.

Clariant setzte von Januar bis März 1,53 Milliarden Franken um - ein Plus von ein Prozent binnen Jahresfrist. Rund liefen die Geschäfte in der Sparte Care Chemicals, die von kräftiger Nachfrage nach Enteisungsmittel profitierte. Aber auch die Erlöse im Segment Oil & Mining Services zogen kräftig an. Clariant kommt hier zu Gute, dass bei der Ölförderung neue Lagerstätten zunehmend komplizierter zu erschließen sind und einen höheren Chemieeinsatz erfordern.

Der Konzerngewinn kletterte auf 50 Millionen Franken von 17 Millionen vor Jahresfrist. Allerdings hatten Analysten im Schnitt noch mehr erwartet. Im fortgeführten Geschäft nahm der Überschuss auf 38 Millionen Franken zu von 16 Millionen ein Jahr zuvor, wobei auch niedrigere Kosten für den Konzernumbau zu Buche schlugen. Seine Nettoverschuldung verringerte Clariant auf 1,66 Milliarden Franken nach 1,79 Milliarden Franken Ende 2012.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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