Schweizer Konkurrenten geschluckt
Irischer Großbäcker schwingt sich zum Weltmarktführer auf

Der irische Großbäcker IAWS hat sich den kleineren schweizerischen Tiefkühlbackwaren-Hersteller Hiestand einverleibt. Aus beiden Unternehmen zusammen soll nun unter dem Namen Aryzta der Weltmarktführer für tiefgefrorene Brötchen und Kuchen werden.

HB ZÜRICH. Der Konzern mit Sitz in der Schweiz komme mit 8 000 Mitarbeitern auf rund 3,8 Mrd. Franken (2,3 Mrd. Euro) Umsatz, teilte Hiestand am Montag mit. Der Betriebsgewinn (Ebita) würde bei 343 Mill. Franken (213 Mill. Euro) liegen.

Der Markt für tiefgefrorene Brezeln, Baguette und Nuss-Schnecken gehört zu den wachstumsstärksten in der gesamten Nahrungsbranche, seit sich in praktisch jedem Supermarkt und jeder Tankstelle eine Selbstbedienungsbäckerei befindet. Insgesamt werden damit jährlich nach Angaben von Aryzta rund 30 Mrd. Euro umgesetzt, die Hälfte davon in Europa. Aryzta will Umsatz und Gewinn in den nächsten Jahren prozentual zweistellig steigern.

„Unser Zusammenschluss zu Aryzta ist der Höhepunkt einer fünfjährigen Partnerschaft zwischen Hiestand und seinem langjährigen Aktionär IAWS“, sagte Wolfgang Werle, Verwaltungsratspräsident von Hiestand. IAWS ist in Großbritannien, Irland, Frankreich und Nordamerika unter Marken wie „Cuisine de France“ oder „La Brea“ bekannt, während Hiestand schweizweit für seine „Gipefli“ gerühmt wird.

IAWS will der Beteiligungsgesellschaft Lion Capital ein 32-Prozent-Paket an Hiestand abkaufen und damit seinen Anteil auf 64 Prozent verdoppeln. Die restlichen Aktionäre sollen für einen ihrer Titel 36 Aryzta-Papiere bekommen, dürfen aber nicht mit einer Übernahmeprämie rechnen. Dementsprechend lagen die Hiestand-Papiere am Mittag drei Prozent tiefer auf 1 940 Franken. Für IAWS scheint das ein gutes Geschäft zu sein: die Aktien legten 4,5 Prozent auf 16,90 Euro zu.

Verwaltungsratspräsident von Aryzta werde Denis Lucey und Chief Executive Officer Owen Killian. Die beiden üben derzeit dieselben Funktionen bei IAWS aus. Die Aryzta-Aktie solle an der Züricher und Dubliner Börse gehandelt werden.

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