Schweizer Konzern
Nachlassen der Vogelgrippe-Panik schadet Roche

Stark nachlassende Verkäufe des Grippemittels Tamiflu haben das Wachstum des Schweizer Roche-Konzerns im dritten Quartal gebremst. Aber es gibt auch gute Nachrichten für das Pharma- und Diagnostikunternehmen. So sind zwei seiner Medikamente extrem gefragt.

HB ZÜRICH. Mit 33,95 Milliarden Franken (20,2 Milliarden Euro) Umsatz in den ersten neun Monaten 2007 blieb der Konzern am unteren Rand der Analystenprognosen. In lokalen Währungen lag der Umsatz damit zwölf Prozent über der entsprechenden Vorjahresperiode.

Im größeren Bereich Pharma erhöhte sich der Umsatz von Januar bis September um 14 Prozent auf 27,12 Milliarden Franken. Roche übertraf damit nach eigenen Angaben vom Dienstag das Marktwachstum um mehr als das Doppelte.

Vor allem die Krebsmedikamente wie Avastin oder Mabthera entwickelten sich weiterhin robust; der Bereich, der rund die Hälfte des Pharmaumsatzes ausmacht, legte insgesamt 21 Prozent zu und alle Medikamente kamen auf ein zweistelliges Wachstum. Herausragend entwickelten sich dabei Tarceva gegen Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs mit 34 Prozent Plus oder Avastin gegen Lungen- und Brustkrebs mit 41 Prozent Zuwachs.

Zu einem richtiggehenden Einbruch kam es hingegen beim Grippemittel Tamiflu, wo der Verkaufserlös im dritten Quartal im Jahresvergleich um 60 Prozent absackte nach noch 25 Prozent Zunahme im zweiten Vierteljahr und 47 Prozent Plus im ersten Quartal.

Roche führt das vor allem darauf zurück, dass die Bestellungen von Regierungen und Firmen im Rahmen einer Vogelgrippe-Pandemievorsorge größtenteils ausgeführt sind und in letzter Zeit keine wesentlichen Bestellungen eingegangen seien.

In den ersten neun Monaten sank der Tamiflu-Umsatz um zwei Prozent auf 1,57 Milliarden Franken. „Die Tamiflu-Pandemieumsätze waren sogar tiefer als ich erwartet habe“, sagte Denise Anderson, Analystin bei Landsbanki Kepler.

Die kleinere Roche-Division Diagnostics steigerte den Umsatz um fünf Prozent auf 6,82 Milliarden Franken. Roche bestätigte seine Jahresprognose für ein zweistelliges Umsatzwachstums sowohl auf Konzernebene als auch in der Pharmasparte. Sowohl in Pharma wie in Diagnostik will das Unternehmen das Marktwachstum übertreffen. Der Gewinn je Genussschein und Inhaberaktie soll stärker steigen als der Umsatz.

Analysten hatten im Durchschnitt mit 34,22 Milliarden Franken Neunmonatsumsatz gerechnet. Der Pharmaumsatz war auf 27,38 Milliarden Franken geschätzt worden.

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