Industrie

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Schweizer Maschinenbauer: Oerlikon halbiert Textilgeschäft

Der Schweizer Traditionskonzern will sich künftig beim Textilmaschinenbau auf Chemiefasern konzentrieren. Das zweite große Segment geht an einen chinesischen Investor. Die Anleger belohnen den Deal mit Aktienkäufen.

Eine Textilfabrik in China. Mit Textilmaschinen will der Schweizer Konzern Oerlikon auch künftig seinen Hauptumsatz bestreiten. Quelle: ap
Eine Textilfabrik in China. Mit Textilmaschinen will der Schweizer Konzern Oerlikon auch künftig seinen Hauptumsatz bestreiten. Quelle: ap

ZürichDer Schweizer Maschinen- und Anlagenbauer Oerlikon treibt seinen Konzernumbau voran. Das Traditionsunternehmen will sich im Textilmaschinenbau künftig auf den wachstumsträchtigeren und weniger zyklischen Bereich Chemiefasern konzentrieren. Die Segmente Naturfasern und Textil-Komponenten werden für rund 650 Millionen Franken (538 Millionen Euro) an die Firma Jinsheng des chinesischen Investors Pan Xuepeng verkauft, wie Oerlikon in der Nacht auf Dienstag mitteilte. Die veräußerten Geschäfte erzielten im Vorjahr 1,1 Milliarden Franken Umsatz und standen damit für gut die Hälfte des Sparten- und gut ein Viertel des Konzernumsatzes. Mit künftig einem Drittel Umsatzanteil bleibt das Textilmaschinengeschäft das wichtigste Standbein.

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Bei den Anlegern kam der Schritt gut an. Die Oerlikon-Aktien schnellten vier Prozent auf 10,50 Franken hoch und gehörten damit zu den größten Gewinnern an der Schweizer Börse. Die Titel haben ihren Wert in diesem Jahr verdoppelt. Der Konzern, der im Jahr 2010 nur knapp am Zusammenbruch vorbeigeschrammt war, hatte im Frühjahr seine Solarsparte für rund 275 Millionen Dollar an die japanische Tokyo Electron verkauft.

Die Straffung der Textil-Sparte erlaubt es Oerlikon, seine Ertragsprognose anzuheben. Auf Basis angepasster Zahlen wird dieses Jahr neu mit mehr als fünf Prozent Umsatzwachstum, einem nahezu stabilen Bestellungseingang und einer um rund einen Prozentpunkt besseren Betriebsgewinnmarge als bisher angenommen gerechnet.

Maschinenbau

Den Verkauf abschließen will Oerlikon spätestens im dritten Quartal 2013. Das Naturfaser- und Textilkomponenten-Geschäft soll unter dem Traditionsnamen Saurer fortgeführt werden - mit allen rund 3800 Beschäftigten sowie Betriebsstätten in Europa, den USA und Asien.

 
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