Schweizer Uhren-Gruppe
Swatch greift mit Omega Rolex an

Die Schweizer Swatch-Gruppe sagt der Konkurrenz den Kampf an. Das Uhren- und Schmuckunternehmen, zu dem Namen wie Breguet, Glashütte und Omega gehören, will in allen Preissegementen mit einer führenden Marke präsent sein. Insbesondere Rolex aber auch den Marken aus der Familie des Richemont-Konzerns wollen die Swatch-Manager den Rang streitig machen.

GENF. Schon die gestrige Präsentation der Bilanzzahlen in einem eigens umgebauten Pavillon in Genf machte deutlich, wohin die Reise geht: Traditionell ist die Swatch-Gruppe einer der wichtigsten Aussteller auf der gerade zu Ende gehenden Basler Schmuckmesse „Basel World“. Gleichzeitig mit dieser Messe in der Nordschweiz findet im westschweizerischen Genf der Uhrensalon statt, eine Fachmesse, bei der sich Swatchkonkurrent Richemont besonders gut in Szene setzt. Swatch präsentierte seine Bilanz am Donnerstag damit so zu sagen in „Feindesland“.

Die Zahlen selbst waren Nebensache, die Swatch-Gruppe hatte die wichtigsten Ergebnisse sowieso schon vor zwei Wochen veröffentlicht. Das Unternehmen hat seinen Umsatz um 8,3 Prozent auf umgerechnet drei Mrd. Euro gesteigert. Der Betriebsgewinn erhöhte sich um rund 17 Prozent auf knapp 490 Mill. Euro. Die Erwartungen der Analysten hat Swatch damit übererfüllt. Mit rund 1,4 Mrd. Euro an flüssigen Mitteln und Finanzanlagen wäre die Gruppe in der Lage, einen größeren Zukauf zu finanzieren, wie Finanzchef Edgar Geiser betont. „Bei passender Gelegenheit haben wir jederzeit die Möglichkeit Akquisitionen zu tätigen“, schreibt dazu Nicolas Hayek, Verwaltungsratspräsident und so etwas wie der Vater der vor 20 Jahren wieder auferstandenen Schweizer Uhrenindustrie. Das Problem ist nur, dass es im überschaubaren Markt der Luxusanbieter nichts Lohnendes zu kaufen gibt, räumt Nick Hayek, Sohn des Uhrenkönigs und Chef der Swatch-Gruppe ein.

Im Schmuck- und Uhrenmarkt spielen vier börsennotierte Konzerne die führende Rolle: LVMH und Hermes aus Frankreich, sowie die Schweizer Konzerne Richemont und Swatch. Nach den Krisenjahren, ausgelöst durch die Terroranschläge in New York und die Lungenkrankheit SARS, stehen die Zeichen auf Expansion. Allerdings drohen neue Schwierigkeiten: China, ein Markt, in den auch die Luxushersteller große Hoffnungen setzen, plant eine 20prozentige Steuer auf Luxusgüter. Das könnte zu einem Rückschlag für die ganze Branche führen.

Gruppe verstärkt Amerika-Geschäft

Vor diesem Hintergrund will Swatch durch eigenes Wachstum und nicht durch Zukäufe Marktanteile gewinnen. Die Gruppe verstärkt das Amerika-Geschäft, indem sie, wie sie gestern bekannt gab, eine Vertriebspartnerschaft mit dem US-Uhrenhändler Tourneau eingeht. Und sie schickt ihre inzwischen stärkste Marke ins Feld, um es mit der lästigsten Konkurrenz aufzunehmen: Omega mit mehr als 650 Mill. Euro Umsatz soll Rolex frontal angreifen. Mit Wachstumsraten von mehr als 20 Prozent dürfte Omega die Konkurrenz bereits abgehängt haben. „Das ist eine Marke, die sich bewegt“, sagt Nick Hayek und fügt – ohne den Namen Rolex ausdrücklich zu erwähnen – hinzu: „Die, die sich nicht bewegen, fallen zurück.“

Der zweite Trumpf, den die Swatch-Gruppe stärker ausspielen will, ist ihre führende Stellung im Zuliefergeschäft. Der Konzern nutzte die Veranstaltung in Genf, um erstmals die Tochterfirma Nivarox in den Mittelpunkt zu rücken. Nivarox produziert Spiralen und Anker, die das Herz aller mechanischen Uhren darstellen. 90 Prozent der Schweizer Uhrenhersteller lassen sich diese Teile von Nivarox liefern. „Ohne das Know-how dieser Firma“, hatte der Swatch-Gruppen-Chef kürzlich in einem Interview unterstrichen, „wäre die Schweizer Luxusuhrenindustrie am Ende.“

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