Schweizer wollen Ergebnisse der Emea-Studie über die Wirkstoffklasse abwarten
Novartis legt EU-Zulassung für „Prexige“ auf Eis

Der schweizer Pharmakonzern hat am Dienstag das europäische Zulassungsverfahren für Schmerzmittel „Prexige“ vorläufig gestoppt. Das Konkurrenzprodukt zum "Super-Aspirin" von Merck & Co. ist in den Sog des Vioxx-Skandals geraten.

ant FRANKFURT. Der Pharma-Konzern Novartis gerät in den Sog des Vioxx-Skandals. Zwei Monate, nachdem der US-Konzern Merck & Co. sein als „Super-Aspirin“ gefeiertes Schmerzmittel wegen eines erhöhten Gesundheitsrisikos vom Markt nahm, ließen die Schweizer gestern das europäische Zulassungsverfahren für das zur selben Wirkstoffklasse zählende Konkurrenzprodukt „Prexige“ vorläufig stoppen.

Die europäische Medikamentenbehörde Emea hatte in Folge des Medikamentenskandals angekündigt, die gesamte Wirkstoffklasse der Coxibe auf Gesundheitsrisiken zu untersuchen. Außer dem Produktkandidaten von Novartis sind davon auch die bereits zugelassenen Präparate „Celebrex“ und „Bextra“ von Pfizer betroffen sowie das von Merck als Nachfolger von „Vioxx“ entwickelte „Arcoxia“.

Novartis will nach eigenen Angaben die Ergebnisse dieser Überprüfung abwarten, die in der ersten Hälfte des kommenden Jahres erwartet werden. Analysten der Investmentbank Lehman Brothers hatten dem Produktkandidaten ein weltweites Umsatzpotenzial von umgerechnet bis zu 1,8 Mrd. Euro vorhergesagt. Damit zählt das Schmerzmittel zu den wichtigsten Neuentwicklungen von Novartis.

In den USA, dem wichtigsten Pharma-Markt der Welt, hatte sich die Zulassung aber bereits vor dem Vioxx-Skandal verzögert, weil die Aufsichtsbehörde FDA zusätzliche Studiendaten gefordert hatte.

In Großbritannien hat Novartis bereits die Zulassung für das neue Schmerzmittel erhalten. Sie sollte auf dem Wege des gegenseitigen Zulassungsverfahrens als Referenz für alle EU-Mitgliedsstaaten herangezogen werden. Nun wollen die Schweizer den Behörden erst noch zusätzliche Studienergebnisse zur Verfügung stellen. Das Unternehmen ist aber weiterhin zuversichtlich, das Medikament noch auf den Markt zu bringen.

Die Novartis-Aktie setzte am Dienstag ihre Talfahrt der vergangenen Monate mit einem Abschlag von gut einem Prozent fort.

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