Schwellenländer
Unternehmen in Bric-Staaten spüren Krise kaum

Robuste Rohstoff-Nachfrage und Binnenkonsum stützen die Firmen in den vier wichtigsten Schwellenländern. Sie schneiden in der Krise deutlich besser ab als die westliche Konkurrenz. Die höchsten Steigerungsraten verbuchten russische Unternehmen – obwohl Russlands Wirtschaft stark leidet. Welche Marktgesetze in Schwellenländern wirken.
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som/abu/tom DÜSSELDORF/SAO PAULO/MOSKAU. Die Unternehmen in den vier bedeutendsten Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und China – kurz Bric – kommen deutlich besser durch die weltweite Wirtschaftskrise als ihre westliche Konkurrenz. Die größten 30 Firmen aus diesen Ländern spüren den Abschwung der Weltwirtschaft nur schwach.

Das gute Abschneiden der Schwellenländer liegt vor allem an der robusten Nachfrage nach Rohstoffen und dem anziehenden Binnenkonsum. „Sie koppeln sich von der konjunkturellen Entwicklung der Industrieländer ab“, sagt John Pollen, Fondsmanager von Pioneer Investments mit Blick auf die Bric-Staaten.

Die 30 Top-Firmen aus den Bric-Ländern verringerten nach Handelsblatt-Berechnungen im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Nettogewinne nur um durchschnittlich drei Prozent gegenüber 2007. Insgesamt erlösten die Unternehmen unter dem Strich 107,4 Milliarden Euro. Beispiellos im Vergleich mit allen anderen großen Ländern ist, dass niemand in die roten Zahlen rutschte.

Trotz Krise wuchsen bei den Bric-Konzernen die Umsätze um ein Viertel. Die wichtige Umsatzrendite sank leicht von 14 auf 11 Prozent. Das schafften europäische Top-Unternehmen selbst in Boomzeiten nicht.

Vor allem im zweiten Halbjahr 2008 hatte die Wirtschaftskrise in den entwickelten Industrieländern fast alle Branchen im Griff. Deshalb waren in den USA im Gesamtjahr die Nettogewinne der 500 größten Unternehmen um 15 Prozent, in Europa sogar um 22 Prozent gefallen.

Bei den exportlastigen deutschen Unternehmen schlug die Krise am stärksten ins Kontor. Hier brachen die Gewinne um mehr als ein Drittel und die Rendite auf mickrige 3,4 Prozent ein.

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