Schweres Erbe
Krupp-Stiftung sucht Nachfolger für Beitz

Nach dem Tod von Thyssen-Krupp-Patriarch Berthold Beitz braucht die mächtige Krupp-Stiftung einen neuen Mann an der Spitze. Doch die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich schwierig.
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DüsseldorfNach dem Tod des Thyssen-Krupp-Patriarchen Berthold Beitz will sich die mächtige Krupp-Stiftung trotz der Krise des Konzerns nicht zu einer schnellen Nachfolgeregelung drängen lassen. Die Stiftung werde sich zusammensetzen und beraten, sagte der frühere ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen, Mitglied des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, am Donnerstag im WDR. Die Stiftung werde ohne Hast vorgehen - auch aus Respekt vor Beitz. Dieser war am Dienstag im Alter von 99 Jahren gestorben. Pleitgen wies Spekulationen zurück, er selbst gehöre zu den Nachfolgekandidaten. „An der Geschichte ist nichts dran“. Klar ist jedoch, dass ein Nachfolger nicht mehr die Machtfülle wie Beitz haben wird. Der starke Mann des Konzerns ist nun wohl Vorstandschef Heinrich Hiesinger.

Beitz hatte ursprünglich den langjährigen Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme als Nachfolger auserkoren. Dieser musste jedoch Ende März im Zuge der Krise des Konzerns seinen Hut nehmen. Einen anderen Nachfolger hat Beitz danach nicht mehr aufbauen können. Er hatte sich zwar in die operative Führung des Unternehmens nicht eingemischt, hatte aber nach Angaben aus Konzernkreisen in kritischen Fragen das letzte Wort.

Der ehemalige WDR-Intendant Pleitgen war in Medienberichten als möglicher Nachfolger genannt worden. Pleitgen gehört erst seit Anfang des Jahres der Krupp-Stiftung an. Diese hält 25,3 Prozent an dem größten deutschen Stahlkonzern und gilt als Bollwerk gegen eine feindliche Übernahme. Die Stiftung gilt als verschwiegen und intransparent. Im Gegensatz zu anderen Stiftungen veröffentlicht sie ihre Satzung nicht. Auch zu den Modalitäten der Wahl eines Nachfolgers von Beitz wollte sie sich am Donnerstag nicht äußern.

„Die Stiftung ist in ihren Gremien handlungsfähig und führt die Geschäfte fort“, hieß es. Die Mitglieder der Stiftung sind in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Zu den Ausnahmen gehört neben Pleitgen die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Zudem zählen Wissenschaftler und frühere Aufsichtsräte zum Kreis. Stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums ist der 90-jährige Astrophysiker Reimar Lüst.

Große Auswirkungen auf die Strategie bei Thyssen-Krupp dürfte die Neubesetzung an der Spitze der Stiftung nicht haben. Es steht fest, dass Vorstandschef Hiesinger das Unternehmen stärker auf das Technologiegeschäft mit Maschinen, Aufzügen und U-Booten ausrichten wird und die Stahlsparte an Bedeutung verliert. „Der Umbruch hat bereits zu Beitz' Zeiten begonnen“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer, der Nachrichtenagentur Reuters. Das Management sei neu, der Aufsichtsrat zum Teil neu besetzt worden und mit dem ehemaligen Henkel -Chef Ulrich Lehner gebe es auch einen neuen Vorsitzenden des Kontrollgremiums. Hiesinger habe die Edelstahlsparte verkauft und treibe die Veräußerung der verlustreichen Stahlwerke in Amerika voran. Auch für andere Geschäfte gelte seine Maxime: „Das muss sich rechnen.“

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„Der Einfluss der Stiftung ist nicht mehr zeitgemäß“

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  • Mir kommt da ganz spontan ein Name in den Sinn:
    Gerhard Schröder
    Einen geeigneteren Kandidaten kann es nicht geben.

  • Der Mann hat seine menschlichen Verdienste, möglicherweise.

    Wer aber einen Konzern in einem so völlig desolaten Zustand hinterlässt, der für die gesamte Region geradezu lebensbedrohlich ist, hat nur wenig Würdigung verdient.

    Hoffentlich ist sein Nachfolger klüger, weiser und taktvoller. Und weniger langlebig.

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