Schwergewichte
Daimler Trucks hofft auf Absatz-Aufholjagd

Die Bestellungen in Daimlers Lkw-Geschäft steigen. Nun hofft das Unternehmen auf eine Aufholjagd beim Ansatz. Um die Verkaufszahlen über das Vorjahresniveau zu heben, muss Daimler einen kräftigen Jahresendspurt hinlegen.
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StuttgartDer neue Chef der Lkw-Sparte des Autobauers Daimler, Wolfgang Bernhard, glaubt an eine Aufholjagd beim Absatz bis Jahresende. Obwohl die Verkäufe bis August zurückgingen, rechne er angesichts sprudelnder Auftragseingänge für 2013 mit einem Absatzplus, sagte der seit April amtierende Chef von Daimler Trucks am Freitag auf einer Investorenkonferenz in Wörth. Als Gründe nannte er die neue EU-Abgasnorm und bessere Geschäfte in China. „Insgesamt sollte das zweite Halbjahr wie angekündigt stärker verlaufen als die ersten sechs Monate, sodass sich das Gesamtjahr entsprechend unseren Erwartungen entwickelt“, sagte der Manager, der im Frühjahr seinen Posten als Produktionsvorstand mit dem bis dahin für Nutzfahrzeuge Verantwortlichen Andreas Renschler getauscht hatte.

Daimlers Lkw-Sparte hat sich zum Ziel gesetzt, neben höheren Verkäufen das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf dem Vorjahreswert von rund 1,7 Milliarden Euro zu halten. Im ersten Halbjahr lag das Ebit allerdings erst bei 550 Millionen Euro. In den ersten acht Monaten verkaufte Daimler Trucks mit 305.000 Nutzfahrzeugen 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Dass die Vorjahresmarke von 462.000 Stück dennoch übertroffen werden könne, sei vor allem stärkeren Zuwächsen ins Asien zu verdanken.

Zugleich gebe es einen Vorzieheffekt wegen der schärferen Abgasnorm Euro-6. Neufahrzeuge ab dem kommenden Jahr müssen den Standard erfüllen. Viele Kunden kaufen deshalb noch die preislich günstigeren Daimler-Lkw mit Standard Euro-5. In Deutschland seien die neuen Euro-6-Lkw unterdessen schon stärker gefragt, da sich das durch geringeren Spritverbrauch lohne, erklärte Bernhard. Auch der schwedische Lkw-Hersteller Scania ist deshalb in diesem Jahr beim Verkauf um das Sommerloch im Juli und August herumgekommen, wie Konzernchef Martin Lundstedt erklärt hatte.

In Europa und Nordamerika konnte Weltmarktführer Daimler seine Spitzenposition trotz eines schrumpfenden Gesamtmarktes in diesem Jahr ausbauen. In Brasilien und Japan fiel Daimler dagegen weiter hinter die Konkurrenz zurück. An der Spitze liegt dort Volkswagen, unter anderem mit schweren Lkw seines Tochterunternehmens MAN. Um das Ruder herumzureißen, haben die Stuttgarter das Management vor Ort ausgewechselt und ein neues Preis- und Rabattschema eingeführt.

Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC) gelten langfristig als Wachstumsmotor. Weltweit rechnet Daimler mit einem Anstieg der Lkw-Nachfrage bis 2020 auf 3,7 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von fast 50 Prozent gegenüber 2012. Vier von fünf Trucks würden 2020 in den wachstumsstarken Ländern außerhalb der ansgestammten Wirtschaftsregionen Europa, USA/Lateinamerika und Japan verkauft. In den traditionellen Märkten bleibe die Nachfrage hingegen konstant bei etwa 800.000 Stück.

Auf mittlere Sicht erwartet Bernhard auch Impulse von der neuen Vertriebsstruktur im Konzern, die er als Durchbruch bezeichnete. Damit werde der Verkauf von Neufahrzeugen mit dem Service- und Wartungsgeschäft sowie der Pflege des Vertriebsnetzes zusammengelegt. Daimler könne damit schneller entscheiden. Bisher habe sich ein Kunde, der ein Gesamtpaket mit Service für seine neuen Fahrzeuge wollte, zwei Abteilungen gegenüber gesehen. Diese mussten sich intern erst einigen, wer welche Marge abgebe, um den Auftrag zu bekommen. "Dabei wurde zu viel Zeit verloren, um unseren Verkäufern und Kunden in der Verhandlung rasch eine Antwort zu geben", sagte Bernhard.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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