Industrie

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Schwerindustrie: Öl- und Gasbonanza in den USA lockt Investoren

Die neu entdeckten Öl- und Schiefergasvorkommen bescheren den USA günstige Energiequellen. Das lockt Unternehmen. Wirtschaftlich längst abgehängte Landstriche und Branche erfahren eine neue Blüte.

Schierfergas-Bohrung in den USA: Billige Energie könnte die US-Schwerindustrie wiederbeleben. Quelle: dapd
Schierfergas-Bohrung in den USA: Billige Energie könnte die US-Schwerindustrie wiederbeleben. Quelle: dapd

New YorkAm Ostufer des Mississippi, etwa eine Autostunde nördlich von New Orleans, erlebt die US- Schwerindustrie zwischen Zuckerrohrfeldern und Amberbäumen eine Renaissance. Triebfeder der bereits verloren geglaubten Dynamik sind die Ölvorkommen in North Dakota und die Schiefergasproduktion in Pennsylvania.

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Beides treibt Investitionen in bereits im globalen Wettbewerb abgeschriebene Branchen. Der US-Stahlkonzern Nucor zieht dort gerade eine neue Eisenhütte hoch und investiert 750 Millionen Dollar (608 Millionen Euro). Auch andere Gesellschaften, darunter Westlake Chemical aus Houston, Potash of Saskatchewan und Methanex, beide aus Kanada, haben Projekte in Planung. Ormet aus Hannibal im US-Bundesstaat Ohio hat im vergangenen Jahr ein Aluminiumwerk reaktiviert und damit 250 Stellen geschaffen.

Die größten börsennotierten Ölkonzerne der Welt

  • Die größten Öl- und Gaskonzerne

    Sie fördern und raffinieren Erdöl oder Gas und betreiben riesige Tankstellennetze. Wie viel die zehn größten Öl- und Gaskonzerne der Welt an der Börse wert sind.

    Quelle: Bloomberg, Stand: 26.7.2012

  • Platz 10

    ENI (Italien)

    Der italienische Öl- und Gaskonzern erreicht mit einer Marktkapitalisierung von 70 Milliarden Dollar Rang zehn unter den Energiekonzernen. Das Unternehmen mit Sitz in Rom ist der größte Gasversorger Italiens. Neben dem Öl- und Gasgeschäft mit Exploration, Förderung, Raffinerie und Vertrieb sind die Italiener auch im Stromgeschäft aktiv.

  • Platz 9

    Sinopec (China)

    Der chinesische Mineralölriese zählt zu den größten Energiekonzernen des Landes und erreicht an der Börse eine Marktkapitalisierung von 80,9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen mit Sitz in Peking ist im Hang-Seng-Index notiert.

  • Platz 8

    Total (Frankreich)

    Die Franzosen betreiben in Europa ein dichtes Tankstellennetz. In mehr als 30 Ländern fördert der Konzern Öl und Gas. Der Konzern mit Sitz in Courbevoie nahe Paris erreicht einen Börsenwert von 124 Milliarden Dollar.

  • Platz 7

    Gazprom (Russland)

    Der russische Konzern rangiert an der Weltspitze der Gasförderer. Das Moskauer Unternehmen ist an der Börse mit 116 Milliarden Dollar bewertet. Gazprom kontrolliert fast die gesamte Erdgasförderung Russlands.

  • Platz 6

    Petrobras (Brasilien)

    Der halbstaatliche Konzern mit Sitz in Rio de Janeiro hat eine Marktkapitalisierung von 125,1 Milliarden Dollar. Die Brasilianer sind besonders in der Offshore-Förderung von Öl stark. Der Konzern wurde ursprünglich zur Abwehr von US-Konzernen gegründet.

  • Platz 5

    BP (Großbritannien)

    Die Katastrophe im Golf von Mexiko hat den Konzern in Bedrängnis gebracht. Aktuell ist das Unternehmen mit 129,1 Milliarden Dollar bewertet. In Deutschland wird Benzin und Diesel unter der Marke Aral vertrieben.

  • Platz 4

    Chevron (USA)

    Der US-Konzern ist auf dem Parkett 213,4 Milliarden Dollar wert. Die Hauptsitze sind im kalifornischen San Ramon sowie im brasilianischen Fortaleza. Der Konzern ist im Bereich der geothermischen Energiegewinnung führend.

  • Platz 3

    Royal Dutch Shell (Großbritannien)

    Das Unternehmen mit Sitz in London und Den Haag zählt zu den drei größten Öl- und Gaskonzernen der Welt. Shell ist in mehr als 180 Ländern aktiv. An der Börse ist der Konzern mit 216,4 Milliarden Dollar bewertet.

  • Platz 2

    PetroChina (China)

    Die Chinesen schoben sich auf rang zwei der größten Öl- und Gaskonzerne vor. An der Börse ist der Konzern 249,2 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen ist besonders im Sudan aktiv und steht deswegen in der Kritik.

  • Platz 1

    Exxon Mobil (USA)

    Die Spitze der Öl- und Gaskonzerne erobert Exxon Mobil mit einer Marktkapitalisierung von 399,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entstand 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon mit Mobil Oil. Das Unternehmen gilt als Nachfolger der Standard Oil Company des legendären Milliardärs John D. Rockefeller.

Die Ansiedlung der Industrie ist Vorbote eines landesweiten Investitionsschubs, dessen Ausgangspunkt die Ölfelder in North Dakota und die Schiefergasvorkommen in Pennsylvania darstellen. Investitionen in Erschließung, Lagerung und Transport der fossilen Energieträger dürften in den kommenden fünf Jahren 226 Milliarden Dollar (183 Milliarden Euro) erreichen, erwartet der Marktbeobachter Industrial Info Resources aus Sugar Land im US- Bundesstaat Texas.

Die Erdgasförderung in den USA steuert im laufenden Jahr auf ein Rekordhoch zu. Die Ölförderung erreichte im Juli den höchsten Stand seit 1999. In einem im März veröffentlichten Bericht schrieben Analysten der Citigroup, die „Reindustrialisierung“ der Vereinigten Staaten könnte bis 2020 bis zu 3,6 Millionen neue Stellen und einen BIP-Zuwachs von bis zu drei Prozent schaffen.

Rohstoffe Die Länder mit den größten Gasreserven

Platz 10

Mit 3,17 Billionen Kubikmetern Gas ist der Irak das Land mit den zehntgrößten Reserven. Das Bild zeigt Gasflammen gut 200 Kilometer vor Bagdad.

Bild: AFP

Bisher sind die positiven Auswirkungen auf Staaten wie Louisiana, Texas und North Dakota beschränkt. Mittlerweile gibt es aber Indizien dafür, dass sich wirtschaftliche Vorteile nicht bloß unmittelbar für die Öl- und Gasfelder ergeben. Die Aussicht auf kostengünstige Energieträger dürfte ganzen Wirtschaftszweigen Wettbewerbsvorteile bescheren, darunter Stahl- und Aluminiumherstellern, Automobilbauern und Chemie- und Düngemittelkonzernen.

Das wäre ein willkommener Schub für die US-Industrie, in der seit 2001 rund 5,12 Millionen Arbeitsplätze verloren gegangen sind. Die Diskussion, wie die Beschäftigung in der Industrie wieder in Gang kommt, beherrscht nicht zuletzt den US- Wahlkampf. Seit 2010, als die Wirtschaft zur Erholung ansetzte, hat das verarbeitende Gewerbe 532.000 Stellen geschaffen, zeigen Daten vom US-Bureau of Labor Statistics. Landesweit verharrt die Arbeitslosenquote seit 42 Monaten über der Marke von acht Prozent.

  • 20.08.2012, 18:00 Uhrsiijii

    Erst einmal stimmen wir mit folgenden Aussagen überein:
    - Der Wohlstand der Industriegesellschaften beruht auf preiswerter Energie.
    - Regenerative Energiequellen können die fossilen nicht auf gleichem Niveau ersetzen, zumindest nicht mit ebenfalls großen Schäden für die Umwelt.

    Wenn sich wegen zur Neige gehender fossiler Fördermengen und/oder steigender Nachfrage dieser Nachschub nicht mehr gegeben ist, gibt es nur drei Möglichkeiten: mit Waffengewalt dafür zu Sorgen, daß der Nachschub noch eine Weile gewährleistet ist (amerikanischer Weg) oder ohne Rücksicht auf Umwelt und Gesundheit die letzten Tropfen aus der Erde baggern und sprengen (kanadischer bzw. amerikanischer Weg) oder einzusehen, daß die fossile Energieblase ein Geschenk der Natur war, das wir für eine sinnlose "Wohlstandsvermehrung" in Form von unnötigen Wegwerfprodukten und zum sinnlosen Hin- und Herkutschieren dieser Waren, der geraubten Rohstoffe und der trotzdem noch benötigten menschlichen Arbeitskraft so gut wie vergeudet haben.

    Fracking hat eindeutig hunderte von Unfällen und Vorfällen in den USA verursacht, das mit lapidar nicht mit "Schlamperei" von der Hand weisen kann. Millionen werden von den betreibenden Konzernen u.a. ExxonMobile für PR investiert, um die Lügen zu verbreiten, an die Sie glauben.

    Fossile Energien sind eine Sackgasse, welche als Basis einer verschwenderischen Lebensweise ein System hat entstehen lassen, das in wenigen Jahrzehnten, wenn nicht schon jetzt, vor einem gewaltigen Problem steht, nämlich der Erkenntnis, dass das konzentrierte Anhäufen von Geldvermögen als Funktionsprinzip unserer Wirtschaftsform beim Ausbleiben des Energienachschubs und schon vorher bei weltweitem Blickwinkel eben nicht automatisch das Wohl aller bewirkt...

  • 20.08.2012, 08:35 Uhrvandale

    Der Wohlstand der Industriegesellschaften beruht auf preiswerter Energie die Muskelkraft und solche Krücken wie Windenergie verdrängt hat.

    Jede menschliche Aktivität verändert die Umwelt, je mehr Aufwand getrieben wird desto grösser die Auswirkungen. Beim Erdgas- und Oel- fracking pumpt man diverse Flüssigkeiten in die Vorkommen um geschlossen porige Gesteine aufzubrechen. Da dies tief unter der Erdoberfläche geschieht, diese Schichten durch Barrieren von der Biosphäre getrennt sind, hat dies in der Regel keine Auswirkungen auf das Trinkwasser. Die meisten Umweltverschmutzungen sollen durch oberirdischen Schlampereien verursacht worden seien.

    Windenergie und Solarenergie sind wegen des bescheidenen Ertrags wertlosen Zufallsstroms im Verhältnis zu einem enormen Aufwand sehr wahrscheinlich die umweltschädlichsten Verfahren zur "Energiegewinnung".

    Den Oekologen sind Wohlstand für Alle, preiswerte Energie und der Verzicht auf die seitens dieser Religion gepriesenen mittelalterlichen Windmühlen ein grosser Dorn im Auge. So wird die Propagandamaschine angeworfen und die üblichen mehr, oder minder faktenfreien Oekolegenden (man denke an die "ungelöste Endlagerfrage") geschaffen und verbreitet.

    Vandale

  • 18.08.2012, 21:51 UhrWahrlichichsageEuch

    Neue Ölvorkommen in den USA?

    Haben die nicht Massenvernichtungswaffen? Das wäre doch ein prima Grund, dort mal einzumarschieren...

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