Schwerwiegende Nebenwirkungen bei „Campath“
US-Gesundheitsbehörde warnt vor Schering-Medikament

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat nach einer Studie zur Behandlung von Multiple-Sklerose (MS) vor der Einnahme des Medikaments „Campath“ des Berliner Pharmakonzern Schering und des US-Konzerns Genzyme gewarnt.

HB WASHINGTON. Campath ist bislang nur als Medikament zur Behandlung eines bestimmten Typs von Blutkrebs zugelassen. Die FDA teilte am Mittwoch mit, eine Studie mit dem Medikament zur Behandlung von MS habe schwerwiegende Nebenwirkungen ergeben, wie starke Blutungen. Ein Patient sei verstorben. Die beiden Unternehmen testen das Mittel seit geraumer Zeit in Studien auch für den Einsatz bei MS.

Schering hatte zuvor den Verlauf der Tests als positiv beurteilt. Wegen der Nebenwirkungen sei aber die Verwendung des Campath-Wirkstoffs Alemtuzumab in einer Studie der mittleren Phase II ausgesetzt worden, hatte der Konzern seinerzeit erklärt.

Mitte September hatten Schering und Genzyme Zwischenergebnisse einer Studie zu „Campath“ in der Indikation MS bekannt gegeben. In der Studie wurden nach Angaben von Schering drei Fälle so genannter schwerer idiopathischer thrombozytopenischer Purpura (ITP) festgestellt, wobei ein Fall sogar tödlich verlief. Bei ITP kommt es zu einer Abnahme der Thrombozytenzahl, was eine abnorme Blutungsneigung nach sich ziehen kann. Die weitere Verabreichung des Medikaments innerhalb der Studie wurde daraufhin ausgesetzt. In Europa ist das Medikament seit August 2001 unter dem Namen „MabCampath“ auf dem Markt.

Ein Genzyme-Sprecher erklärte, die beiden Unternehmen erörterten immer noch die Ergebnisse der Studie und arbeiteten an einem Risiko-Management-Plan für weitere Tests. Im zweiten Halbjahr 2006 wollen Schering und Genzyme mit Phase-III-Studien zu „Campath“ für die Indikation MS beginnen.

Unterdessen wollen Biogen Idec und Elan ihr MS-Mittel „Tysabri“ in den USA wieder auf den Markt bringen. Die FDA hatte Mitte November einen Antrag für die Wiederzulassung des Medikaments angenommen, das im Februar nach vereinzelten schweren Nebenwirkungen zurückgezogen worden war. Die FDA dürfte im März eine Entscheidung treffen.

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