Schwierige Umsetzung
Sparpläne stellen GM vor große Herausforderung

Der weltgrößte Autobauer General Motors (GM) steht Konzernchef Rick Wagoner zufolge vor großen Herausforderungen bei der Umsetzung seiner Sparziele. Steigende Rohstoffausgaben machen es dem Konzern schwer.

HB WILMINGTON. Es werde noch einige schwierige Monate geben, sagte Wagoner, der zugleich Chairman ist, am Dienstag auf der GM-Hauptversammlung in Wilmington. Steigende Rohstoffausgaben machten es dem Konzern sehr schwer, in diesem Jahr wie geplant eine Milliarde Dollar an Kosten einzusparen.

GM sieht sich in Nordamerika mit einem sinkenden Marktanteil konfrontiert und hat 2005 einen Verlust von 10,6 Milliarden Dollar eingefahren. Auf die jüngsten Wagoner-Äußerungen reagierten die GM-Papiere im New Yorker Handel in einem schwachen Umfeld mit Verlusten von mehr als einem Prozent auf rund 25,70 Dollar.

Um aus der Krise zu kommen, will GM allein in Nordamerika zwölf Fabriken schließen und rund 30 000 Stellen streichen. Mehr als 20 000 GM-Gewerkschaftsmitglieder haben bereits einer Frühpensionierung und Abfindungen zugestimmt. Nach wie vor bleibe es Priorität der GM-Führung, möglichst viele Gewerkschaftsmitglieder abzufinden, betonte Wagoner nun. Auch solle der Verkauf eines Mehrheitsanteils an der Finanzsparte GMAC zum Abschluss gebracht werden.

GM bleibe zudem „aktiv“ im Gespräch mit dem früheren Zulieferer Delphi. Die Gewerkschaften, in denen die Mitarbeiter der inzwischen bankrotten Firma organisiert sind, strebten eine Einigung mit GM an, mit der Streiks vermieden werden könnten. Die Folge wäre jedoch möglicherweise, dass sich GM künftig auf eine größere Auswahl an Zulieferern stützen werde. Generell bräuchten die Verhandlungen mit Delphi noch einige Zeit. Die Frage eines Investors, ob GM als angeschlagener Autobauer möglicherweise das Abspalten einiger Fahrzeugmarken plane, verneinte Wagoner.

Steigende Kosten für Öl, Stahl, Aluminium und andere Materialien machen den Autokonzernen seit längerem zu schaffen. Dennoch verwies Wagoner, der den Aktionären genau vor einem Jahr erstmals das rigide Sparprogramm vorgestellt hatte, nun auf erste konkrete Erfolge: So mache der Anteil verkaufter neuer Modelle am gesamten Konzernabsatz inzwischen etwa 30 Prozent aus. GM befinde sich auf gutem Wege, hier 2007 die angestrebten 40 Prozent zu erreichen, erklärte er. Im vergangenen Jahr habe der Anteil noch bei rund 20 Prozent gelegen.

Beobachter erhofften sich vom späteren Abstimmungsverhalten der Aktionäre über verschiedene Reformvorschläge Aufschluss darüber, wie groß ihr Unmut über die Entwicklung des Konzerns ist. So steht unter anderem zur Entscheidung, ob die Posten des Konzern-Chefs und des Chairmans mit verschiedenen Personen besetzt werden sollen. So würde Wagoners Einfluss bei GM begrenzt. Auch das Wahlprozedere für das Board steht auf dem Prüfstein.

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