SCI-„Branchenbarometer“
Bahnindustrie fährt aus der Krise

Die Bahnindustrie in Deutschland profitiert von der weltweit steigenden Nachfrage nach Schienenfahrzeugen und Infrastrukturtechnik. Steigende Auftragsbestände haben die Stimmung in der Industrie mittlerweile auf einen Höchststand gebracht, zeigt das Branchenbarometer des SCI.

ek DÜSSELDORF. „Die seit zwei Jahren andauernde Krise der Branche ist vorerst gemeistert“, stellt Maria Leenen, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung SCI Verkehr, fest. Nachdem bereits im vergangenen Jahr eine Belebung der Branche einsetzte, haben steigende Auftragsbestände die Stimmung in der Industrie mittlerweile auf einen Höchststand gebracht, resümiert das von SCI regelmäßig durch Befragungen erhobene „Branchenbarometer“.

Mehr als 40 Prozent der Unternehmen bewerten die aktuelle Geschäftslage als gut, fast die Hälfte der Befragten rechnet mit einer anhaltend günstigen Entwicklung, ergab die dem Handelsblatt vorliegende Studie. Das bestätigen auch die großen Konzerne. Die Transportation-Sparte von Siemens hat nach Angaben eines Sprechers im zweiten Quartal 78 Prozent mehr Aufträge als im Vorjahreszeitraum verbucht. Marktführer Bombardier Transportation erlebe derzeit einen Boom bei der Bestellung von Lokomotiven, sagte ein Konzern-Sprecher. Der Auftragsbestand sei auf mehr als eine Milliarde Euro gestiegen. Sehr erfolgreich sei auch nach längerer Pause der Straßenbahn-Markt.

Die deutsche Industrie profitiert nach Einschätzung von Leenen sehr stark von ihrer wachsenden Exportorientierung. Im vergangenen Jahr sei das Exportgeschäft vor allem nach Westeuropa und China erfolgreich gewesen, in diesem Jahr legten die Auslandsgeschäfte auch in bisher weniger bedeutende Regionen wie Russland, Afrika und Naher Osten zu.

Auch der osteuropäische Markt werde für die deutschen Unternehmen immer interessanter. 40 Prozent der Firmen berichteten von steigenden Exporten. Vor zwei Jahren hätten noch fast 50 Prozent der Unternehmen angegeben, überhaupt nicht nach Osteuropa zu liefern.

Im Inlandsmarkt, der seit langem unter fehlenden Großaufträgen des wichtigsten Kunden Deutsche Bahn leidet, profitiert die Industrie nach Beobachtungen von Michael Clausecker vom Verband der Bahnindustrie „von der Wachstumsdynamik im privaten Schienengüterverkehr“. Private Bahnen und Leasingfirmen bestellten vor allem Lokomotiven.

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