Seat: Niedrige Benzinpreise geben VW-Tochter Rückenwind

Seat
Niedrige Benzinpreise geben VW-Tochter Rückenwind

Die gebeutelte VW-Tochter Seat profitiert von den niedrigen Ölpreise. Mit einem SUV will Unternehmenschef Stackmann nun zurück in die Gewinnzone. In Deutschland verzeichnet der Autokonzern erste Erfolge.
  • 0

WienDie niedrigen Benzinpreise beflügeln das Geschäft der Autobauer. „Durch die niedrigen Ölpreise wächst die Motorisierung“, sagte Seat-Chef Jürgen Stackmann dem Handelsblatt. „Es wird wieder mehr gefahren.“ Davon könnte das Sorgenkind des Volkswagen-Konzern überproportional profitieren. Denn der Autohersteller aus Martorell an der Mittelmeerküste ist vor allem in von der Wirtschaftskrise gebeutelten Märkten wie Spanien und Italien präsent und kämpft vor allem um preisbewusste Käuferschichten.

Die fallenden Benzinpreise europaweit sind Öl im Getriebe der Autoindustrie. In Deutschland nähert sich der Diesel der psychologisch wichtigen Ein-Euro-Marke. Aufgrund des starken Preisverfalls seit dem vergangenen Jahr tanken die Autofahrer so billig wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr.

Experten gehen davon aus, dass es vorerst zu keiner Preisentwicklung nach oben kommt, da Saudi-Arabien als weltweit größter Ölförderhand den Hahn weit aufgedreht hat. „Das ist ein absolut positiver Impuls für die Autoindustrie“, sagte in St. Gallen lehrende Wirtschaftswissenschaftler Christian Keuschnigg dem Handelsblatt in Wien.

Seat kann den Rückenwind gut gebrauchen. Das Unternehmen schreibt seit Jahren rote Zahlen. Doch die Sanierung der VW-Tochter kommt nach Unternehmensangaben nun gut voran. Stackmann strotzte vor dem Auftakt der Vienna Autoshow vor Selbstbewusstsein. „Wir haben unser Wachstum im Kernmarkt Europa weiter ausgebaut“, sagte der Niedersache. Im vergangenen Jahr hat Seat nach eigenen Angaben 440.000 Autos – so viele wie seit zwölf Jahren nicht mehr – gebaut. Die Zahl der abgesetzten Autos wuchs 11,3 Prozent. Innerhalb von drei Jahren habe Seat ein Wachstum um 50 Prozent erzielt, sagte Stackmann am Mittwoch.

Vor allem in Deutschland, dem wichtigsten Markt für Seat, kommen die Spanier gut voran. Dort sei die Zahl der abgesetzten Autos um 10,4 Prozent gewachsen.  Das entspricht 86.600 Fahrzeuge. Die VW-Tochter baut derzeit ihr Händlernetz stark aus. Allein im vergangenen Jahr sind nach Unternehmensangaben 45 neue Händler in Deutschland hinzugekommen. Im wirtschaftlichen schwachen Italien kommt Seat dank des dort beliebten Leon Kombi gut voran. Nach Unternehmensangaben stieg der Absatz dort im Jahresvergleich um 28 Prozent.

Seite 1:

Niedrige Benzinpreise geben VW-Tochter Rückenwind

Seite 2:

„Wir streben nicht nach einer Jahreszahl“

Kommentare zu " Seat: Niedrige Benzinpreise geben VW-Tochter Rückenwind"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%