Sechs Fragen an: Helmut Gierse
„Die Messe ist eine einzigartige Plattform“

Helmut Gierse ist Vorstandschef von Siemens A&D. Dem Handelsblatt beantwortete er sechs Fragen über die Hannover Messe, ihre breite Ausrichtung und wie sie in Zukunft aussehen sollte.

Was schätzen Sie als Vorstandschef von Siemens Automation & Drive an der Hannover Messe?

Die Hannover Messe ist für Siemens weltweit die einzige Plattform, auf der wir unser umfangreiches Spektrum an Produkten, Systemen, Lösungen und Dienstleistungen komplett darstellen können – in der angemessenen Breite und Tiefe. Allein der Siemens-Bereich A&D stellt übers Jahr hinweg weltweit auf rund 170 Messen aus. In Hannover sind wir mit mehr als 4 000 Quadratmetern auf drei Stockwerken der größte Aussteller. Nur dort ist es möglich, den Kunden unsere volle Leistungsbreite zu präsentieren und neue Trends zu setzen.

Sie agieren also vor allem als Aussteller – oder auch als Besucher?

Diese beiden Rollen überlappen sich. In Hannover treffen Forscher und Entwickler auf Maschinenbauer, Lösungsanbieter, Systemintegratoren, Serviceanbieter, Distributoren und Endanwender, also die eigentlichen Produzenten. Viele dieser Funktionen üben wir selbst aus und sind dabei mit allen im Dialog, denn wir haben dasselbe Ziel: Wir wollen Technologien und Strategien vorantreiben, um Industrieanlagen besser und produktiver zu machen.

Hat die traditionell breite Ausrichtung der Hannover Messe eine Zukunft oder muss sie dem Trend zur Fachmesse folgen?

Das ist keine Entweder-oder-Frage, auch die Hannover Messe beinhaltet ja ein Dutzend einzelner Fachmessen und diverse Sonderschauen. Fachmessen haben ihren Markt, ob sie nun regional ausgerichtet sind oder sich auf einen Technologiesektor oder eine Branche fokussieren. Zusätzlich braucht eine weltweit eingesetzte Technologie wie die Automatisierung aber auch eine Weltleitmesse, auf der die globale Community auf das komplette Angebot trifft. Im freien Wettbewerb werden sich bei Ausstellern und Besuchern die jeweils besten Messekonzepte durchsetzen.

Kann die Hannover Messe den Unternehmen tatsächlich dabei helfen, einen breiten Überblick über verfügbare Technologien und Zusammenhänge zu bekommen?

Ja, wer diesen sucht, kann ihn dort finden. Vor allem geht es aber darum, die Experten vieler Technologiesektoren mit potenziellen Kunden zusammenzubringen, um im interdisziplinären Zusammenspiel Innovationen vorzustellen und voranzubringen. Im Zusammenwirken von Mechanik, Elektrotechnik und Software liegt beispielsweise noch massenhaft Potenzial vor uns, um die industrielle Produktion effizienter und flexibler zu machen.

Inwieweit dient Ihnen die Hannover Messe als Forum für Ihre Geschäftskontakte ?

Traditionell sind die Messen, auf denen wir als Hersteller von Investitionsgütern ausstellen, keine reinen Verkaufsmessen, sondern eine Plattform der Kommunikation zwischen Hersteller und Kunden. Wir pflegen bestehende Geschäftskontakte und bauen neue auf. Große Messen wie die Hannover Messe sind darüber hinaus auch verlässliche Barometer für die zukünftigen Investitionsentscheidungen unserer Kunden.

Was würden Sie sich von der Messe für die Zukunft wünschen?

Die globalen Märkte fordern zunehmend weltumspannende vernetzte Produktionslandschaften. Gerade Energietechnik, Maschinenbau und Automation sind Felder, deren weltweite Trends und Innovationen wir von Deutschland aus entscheidend prägen. Für die global agierenden Aussteller ist deswegen eine weitere Internationalisierung der Messe von hoher Bedeutung: Die Welt muss nach Hannover und Hannover in die Welt.

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