Sechs Fragen an: Peter Schöffel
„Um jeden Meter im Regal wird gerangelt“

Peter Schöffel, Inhaber der Skibekleidungsmarke Schöffel, blickt auf randvolle Auftragsbücher. Warum das Wintersportgeschäft trotzdem ein hart umkämpfter Markt bleibt, verrät der Familienunternehmer im Interview.

Herr Schöffel, die neue Wintersportsaison steht bevor. Sind die Deutschen bereit, für Skibekleidung Geld auszugeben?
Wir merken, dass sich die konjunkturelle Lage verbessert hat. Wir haben rund ein Fünftel mehr Bestellungen von den Händlern als vergangenes Jahr. Das liegt aber nicht nur am wirtschaftlichen Umfeld. Wir haben unsere Marketingausgaben auch massiv erhöht und bauen das Geschäft im Ausland aus.

Sie müssen im Wettbewerb immer öfter gegen große Konzerne antreten. Kann ein Familienunternehmen wie Schöffel da überhaupt mithalten?
Unsere Zahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Seit 2001 hat sich unser Ergebnis verdreifacht. In den vergangenen Jahren haben wir unser Geschäftsmodell komplett umgestellt. Von einem etwas verstaubten Anbieter von Sportbekleidung haben wir uns zu einer begehrten Marke gewandelt.

Das hört sich an wie bei Puma oder Adidas.
Gegen diese Firmen müssen wir uns ja auch behaupten. Vor zehn Jahren haben wir noch gegen lauter Mittelständler gekämpft. Heute treten wir gegen die Champions League der Sportbranche an. Doch Schöffel hält mit. In unserem Segment geben uns viele Händler den Vorzug vor den großen Konzernen.

Die Handelslandschaft verändert sich. Die Läden konzentrieren sich immer öfter auf einige wenige Marken.
Deshalb ist es unser Ziel, im Outdoor- und Skigeschäft jeweils die Top-Marke zu sein. Vergessen sie nicht: Mit seinen drei wichtigsten Marken in jedem Segment macht ein Händler jeweils zwei Drittel vom Umsatz. Weil die Branche nicht groß wächst, wird um jeden Meter Platz in den Regalen gerangelt.

Das Tempo in der Branche steigt: Puma bringt jetzt bereits vier Kollektionen im Jahr auf den Markt. Verlieren Sie den Anschluss?
Im Gegenteil, wir sind für die Sommersaison längst bei vier Kollektionen. Dazu kommt noch unsere Winterbekleidung.

Skijacken von Schöffel kosten meist mehrere hundert Euro. Wie schaffen Sie es, dass die Leute nicht zu Aldi gehen, wo es die Kleidung für ein Zehntel gibt?
Wir verkaufen nicht nur Kleider, wir bieten Lebensgefühl. Dazu kommt, dass unsere Produkte viele Funktionen haben, die Billigware einfach nicht hat. Nur Mode: Das wäre nichts für Schöffel. Aber modische Funktionsbekleidung, das kommt bei den Leuten an.

Das Gespräch führte Joachim Hofer.

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