Sechs Prozent mehr Umsatz
Nestle kann Preiserhöhungen durchsetzen

Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestle ist im ersten Quartal dieses Jahres weiter gewachsen. Das Unternehmen teilte mit, der Umsatz sei um 6 Prozent gestiegen. Zwei Faktoren nannte der Konzern als seine größten Herausforderungen.

HB ZÜRICH. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle hat im ersten Quartal 2008 den Umsatz um sechs Prozent auf 25,7 Mrd. Franken (rund 17 Mrd. Euro) gesteigert. Dass das Wachstum nicht noch höher ausfiel, lag am starken Schweizer Franken, der den größten Nahrungsmittelkonzern der Welt rechnerisch sieben Prozentpunkte Wachstum kostete.

Der Konzern, der neben Milchprodukten, Schokolade und Babynahrung auch Milliarden-Marken wie Nescafe und Nestea im Programm führt, ist nach Ansicht von Analysten besser als mancher Konkurrent mit den steigenden Preisen für Vorprodukte wie Kaffee, Kakao oder Mehl fertig geworden. Die Schweizer haben sich wohl schneller auf die höheren Preise eingestellt. Eine bedeutende Rolle spielt aber auch, dass Nestle wegen seiner bekannten Marken und der schieren Größe Preiserhöhungen leichter ohne Einbussen beim Absatz durchsetzen kann.

Das von den Börse stark beachtete sogenannte organische Wachstum, das Wechselkurs- und Akquisitionseffekte ausschließt, lag bei 9,8 Prozent. Davon entfielen 5,3 Prozent auf Preiserhöhungen. Das Verblüffende daran sei, dass trotz der starken Preiserhöhungen noch ein Mengenwachstum von 4,5 Prozent gelungen sei, erklärte Patrik Schwendimann, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank. Der Konzern habe seine Preissetzungsmacht ein weiteres Mal unter Beweis gestellt, urteilte die Investmentbank Goldman Sachs. Konkurrent Danone etwa kam auf ein Mengenwachstum von drei Prozent. Nestle selbst sprach von einem „ausgewogenen Verhältnis zwischen internem Realwachstum und Preisanpassungen“. Zu den organischen Wachstum kamen noch 3,2 Prozent aus Übernahmen.

In der zweiten Jahreshälfte sei ein Rückgang „der ausgewiesenen Preisanpassungen“ zu erwarten, so Nestle weiter. Ebenso werde sich das Mengenwachstum nicht im Tempo des ersten Quartals fortsetzen, auch wenn die Dynamik des Geschäfts nicht nachgelassen habe. Der Druck von den Rohstoffkosten sollte leicht abflauen. Rohstoffe und Währungen seien aber die größten Herausforderungen im laufenden Jahr.

Unter den Bereichen verzeichnete lediglich das Wasser-Geschäft ein Umsatzminus. Dort führten den Angaben zufolge schwächere Marktbedingungen in den Industrieländern zu einer leichten Umsatzabnahme im Vergleich zu einem „ausgezeichneten ersten Quartal 2007“. Im größten Geschäft mit Getränkepulver und anderen Getränken als Wasser wuchs das Absatzvolumen um zehn Prozent und erreichte 4,37 Mrd. Franken.

Der Konzern bestätigte seine erst kürzlich erhöhte Prognose und rechnet für das ganze Jahr mit einem organischen Wachstum in der Nähe des Vorjahreswertes von 7,4 Prozent. Die Betriebsgewinnmarge sollte sich verbessern.

Die Nestle-Aktien verloren bis zum frühen Nachmittag zwei Prozent auf 502,50 Franken. Händler führten das auf Gewinnmitnahmen zurück.

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