Segway
Flop auf zwei Rädern

Der Segway sollte die Welt verändern wie der Computer und das Internet. Nach neun Jahren lautet die Bilanz: Das hat nicht funktioniert. Dabei steckt hinter dem Produkt einer der populärsten Erfinder Amerikas, sozusagen der Daniel Düsentrieb der USA.
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DÜSSELDORF. Selten zuvor attestierte man einem Produkt derartige revolutionäre Zugkraft wie dem Segway. Der elektrische Stehroller wird für das Auto werden, was das Auto für die Kutsche war, sagte sein Erfinder Dean Kamen. Er sei so bedeutend wie das Internet und der Computer, sagte der sonst so weitsichtige Apple-Chef Steve Jobs.

Doch der Segway hat das Auto nicht abgelöst – in Deutschland darf das zweirädrige Gefährt nicht mal auf jeder Straße fahren. Der Segway ist zumindest nach einem Blick auf die Verkaufszahlen in einer sehr kleinen Nische stecken geblieben. 40 000 Segways sollten jährlich weltweit abgesetzt werden – in den neun Jahren hat sich der Segway allerdings nur etwa 140 000 Mal verkauft, heißt es aus Unternehmenskreisen..

Auch in Deutschland sehen die Zahlen nicht gut aus – daran änderte auch die Straßenzulassung nichts, die der Segway seit Sommer 2009 hat und für den eigens eine neue Fahrzeugklasse mit Namen „elektronische Mobilitätshilfe“ geschaffen wurde. Vier Jahre hat es gedauert, bis der Segway auch auf deutschen Radwegen rollen durfte und nicht nur auf privatem Grund.

Im Jahr vor der Straßenzulassung wurden in Deutschland 500 Segways verkauft. Für die Zeit danach hoffte Deutschlandchef Reinhold Eder damals noch auf eine Verzehnfachung des Absatzes. Doch seine Rechnung ging nicht auf.

Denn Segways sind nach wie vor selten in Deutschland: 700 verkaufte Eder vergangenes Jahr, dieses Jahr werden es 1 000 sein, schätzt er.

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Kommentare zu " Segway: Flop auf zwei Rädern"

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  • ist und bleibt das Fortbewegungsmittel der Zukunft in Staedte!

    Toll diese Zeitgemaesse innovation, nur braucht der Mensch bei wirklichen anderen und neuen innovationen viel Zeit um von alten Gewohnheiten Abstand zu nehmen. Zudem ist auf Grund der noch fehlenden Stueckzahlen der Preis der Hemmschuh!!

    Ein Flop wie Herr Kloeckner das gedankenlos nennt, ist der Segway sicher nicht!!

    Schade das innovationen, welche mit viel Herzblut und Einsatz entwickelt werden, von leichtfertigen Schreiberlingen ruiniert werden!

    Ohne diese Kaempfernaturen gaebe es keinen Fortschritt



  • Einfach nur zu teuer. Wenn der Einzelstückpreis bei 8.000 Euro liegt, ist es schlicht 6.000 Euro zu teuer.

    Daher stimmen auch die Umsätze nicht. 8.000 Euro ist eine Menge Geld für den Gegenwart einer Kleinstmobilität. Andere Konzepte z.b. die E-Solex liegen hier erheblich günstiger im Markt.

  • Guten Tag,..... Auch ich war entzueckt als ich die Dinger in Cannes vor 4 Jahren sah, gleichwohl war ich etwas verwundert ueber den recht hohen Preis. Jedoch sehe ich auch dass in Saarbruecken sogar die Polizei mit dem Wunderwerk herumrast. ( Aber die Dinger zahlt ja der Steuerzahler. ) besten Dank

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