Seit dem Jahr 2000
RWE wusste schon früher von Mängeln

Der Energiekonzern RWE hat offenbar schon länger von Materialproblemen bei Strommasten gewusst. Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium bestätigte am Dienstag einen Zeitungsbericht, wonach der Konzern bereits 1994 beim Materialprüfungsamt in Dortmund Stahlproben von Masten habe begutachten lassen.

ap DüSSELDORF. Wirtschaftsministerin Crista Thoben regte eine Berichtspflicht für die Betreiber über die Sicherheit des Stromnetzes an.

RWE ist seit dem Mega-Stromausfall im Münsterland in die Kritik geraten, bei dem etwa 50 Masten unter der Last von Eis und Schnee umstürzten. Inzwischen hat der Konzern eingeräumt, dass bundesweit rund 28 000 Strommasten sanierungsbedürftig sind. RWE betont aber, dass im Münsterland nicht nur alte Masten aus versprödetem Thomasstahl dem ungewöhnlichen Wetter zum Opfer gefallen seien, sondern auch modernere Masten. Die Mängel an den alten Tragekonstruktionen seien seit dem Jahr 2000 bekannt, das entsprechende Sanierungsprogramm sei 2001 beschlossen worden.

Laut „Berliner Zeitung“ soll RWE aber schon Mitte der 90er Jahre über die erhöhte Bruchgefahr der Masten informiert worden sein. Der Konzern habe die Proben beim Materialprüfungsamt eingereicht, nachdem 19 Masten auf der Hochspannungsstrecke Vöhringen-Füssen zusammengebrochen waren. Das Dortmunder Amt analysierte demnach, dass der Stahl verminderte Bruchkräfte aufwies. Das Ergebnis habe andere der RWE vorliegende Berichte bestätigt, wonach die Bruchfestigkeit von zwischen 1958 und 1963 errichteten Masten wegen des zu hohen Stickstoffanteils im Stahl um bis zu 40 Prozent unter den Sollwerten liege.

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