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04.07.2008 

Lyondellbasell, die Ende 2007 aus der Übernahme des US-Konzerns Lyondell durch Basell entstand, gehört in diesem Bereich zu den wichtigen Akteuren. Das Unternehmen mit rund 45 Mrd. Dollar Jahresumsatz gilt als größter Hersteller von Polypropylen und als einer der führenden Anbieter von Polyethylen, beides Massenkunststoffe, die unter anderem im Verpackungsbereich eingesetzt werden. Darüber hinaus betreibt der Konzern Raffinerien und produziert verschiedene Basischemikalien.

Alleiniger Eigner ist Access Industries, eine von dem amerikanisch-russischen Unternehmer Len Blavatnik kontrollierte Firmengruppe, die unter anderem auch am Ölkonzern TNK-BP beteiligt ist und Basell vor vier Jahren von BASF und Shell übernommen hatte. Mit der voll kreditfinanzierten Übernahme von Lyondell rückte die Access-Tochter Ende 2007 unter die größten Chemieproduzenten auf, zugleich stieg ihre Finanzverschuldung auf mehr als 20 Mrd. Dollar.

Die kreditgebenden Banken - darunter Citigroup, Goldman Sachs, Merrill Lynch, ABN Amro und UBS - haben daher bei Lyondellbasell wesentlich mehr zu verlieren als der Eigner Access, der beim Kauf von Basell nur rund 800 Mill. Dollar eigenes Kapital einsetzte und sich im vergangenen Jahr sogar noch eine Dividende von gut 300 Mill. Dollar gönnte.

Da Access den Lyondell-Deal noch vor der Subprime-Krise zu großzügigen Bedingungen finanzieren konnte, befindet sich der Konzern liquiditätstechnisch vorerst noch in einer relativ komfortablen Position. Die finanzielle Situation sei gut und die Liquidität stark, bekräftigte am Donnerstag Firmenchef Volker Trautz. Er verweist auf deutliche Preiserhöhungen, die Lyondellbasell vor wenigen Tagen angekündigt hatte, sowie auf eine relativ gute Entwicklung im Raffineriegeschäft und in einigen Regionen. Man sei auf gutem Wege, die Synergieziele der Fusion zu erreichen oder zu übertreffen.

Insgesamt läuft das Geschäft indes schlechter als erwartet. So verbuchte Lyondellbasell im ersten Quartal 2008 einen negativen operativen Cash-Flow. Und das zweite Quartal dürfte kaum besser ausgefallen sein. Heikel ist das aus Sicht der Rating-Agenturen vor allem deshalb, weil damit kein Schuldenabbau in Sicht ist, während eine Abkühlung in der Petrochemie-Konjunktur ab 2009 droht. "Der Konzern läuft damit Gefahr, mit einer viel zu hohen Schulden- und Zinsbelastung in den Abschwung zu gehen", warnt Tobias Mock, Chemieexperte der Ratingagentur Standard & Poor?s.

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