Sensortechnik
Den Winzlingen gehört die Zukunft

Messen, steuern, abtasten. Sensoren sind aus Großanlangen nicht mehr wegzudenken. Deutsche sind auf dem Gebiet führend.

DÜSSELDORF. Ministerrundgang auf der Hannover Messe Ende April diesen Jahres. Wirtschaftsminister Michael Glos und der Präsident des Maschinenbauerverbandes VDMA, Dieter Brucklacher, treten zum Dartwettbewerb an. Sie werfen ihre Pfeile und treffen genau ins Schwarze. Geheimes Training oder Naturtalent? Nein, deutsche Ingenieurkunst und technische Innovation! Ein Sensor der Münchener Firma ITQ steuert die Scheibe so, dass die Pfeile immer treffen. Die Prominenz konnte gar nichts falsch machen.

Das Beispiel der Dart-Scheibe zeigt, welche Möglichkeiten Sensoren, Regler und die dazugehörige Elektronik heute bieten. Zwar sind im Maschinenbau viele Anlagen nach wie vor riesige Ungetüme aus Stahl, und in den Fabriken riecht es nach Öl und es spritzen die Funken, doch gesteuert werden die Maschinen höchst präzise von winzigen Einheiten wie Sensoren und Reglern sowie leistungsfähigen Rechnern.

Mit der Spezialisierung und Konzentration auf modernste Technik fährt der deutsche Maschinen- und Anlagenbau sehr gut. Viele der rund 6 000 überwiegend mittelständischen deutschen Anbieter sind auf ihrem Gebiet Weltmarktführer. Oft bearbeiten sie nur Nischen, dies aber mit großem Erfolg. Der Anteil der Ausfuhren am Umsatz beträgt über 70 Prozent – die Branche ist damit Exportweltmeister und hat in den vergangenen drei Jahren hohe Wachstumsraten vor allem auf den Auslandsmärkten erzielt.

Sinnesorgane einer automatischen Anlage

Die Herstellung von Sensoren und Reglersystemen ist einer der zukunftsträchtigsten Bereiche des Maschinen- und Anlagenbaus. Sensoren sind quasi die Sinnesorgane einer automatischen Anlage oder Maschine. Das Spektrum reicht vom einfachen mechanischen Schalter bis zum komplexen Bilderkennungssystem. Sie werden sowohl in der Fertigung zur Automatisierung der Produktion eingesetzt als auch in der Prozesstechnik, wo Flüssigkeiten oder Gase ver- und bearbeitet werden.

Reinhard Hüppe, Geschäftsführer des Fachverbandes Automation im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), schätzt den Weltmarkt für Mess- und Regeltechnik auf rund 70 Mrd. Euro. Die deutschen Hersteller halten daran rund 18 Prozent und belegen damit klar die Spitzenposition vor Japan und den USA mit jeweils rund 13 Prozent. „Von den acht großen Sensorherstellern weltweit kommen fünf aus Deutschland“, sagt Peter Adolphs, Geschäftsführer von Pepperl + Fuchs. Größter Markt für Produktionsanlagen ist China, wo massenhaft neue Fertigungen entstehen. In der Prozesstechnik wiederum gehen viele neue Anlagen nach Amerika. Dort werden sie in der Ölverarbeitung eingesetzt.

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