Serie: Globalisierung konkret
Warum deutsche Jobs nach Polen wandern

Niederschlesien gehört zu den polnischen Regionen mit der größten Anzahl an Sonderwirtschaftszonen – kein Wunder also, dass auch deutsche Unternehmen die Standortvorteile im Nachbarland nutzen wollen. Immer mehr Jobs deutscher Arbeiter wandern nach Polen ab.

BRESLAU. Im polnischen Niederschlesien sieht die Welt noch ganz anders aus als im nahen Deutschland. Zumindest für den Unternehmer Michael Korff. „In Deutschland kann man heute nur noch mit viel Geld etwas bewegen“, sagt er. In Polen dagegen brauche man vor allem Pioniergeist und gute Ideen. Als er Niederschlesien vor Jahren zum ersten Mal besuchte, sagte er sich: „Wer hier nichts macht, ist selber schuld.“

Heute produziert Korffs Firma Isolmatic in der Nähe von Breslau mit gut 200 Beschäftigten Isolier- und Wärmeschutzsysteme. Bei einigen Produkten sei er Marktführer in Europa, berichtet er stolz – auch ohne großen Mutterkonzern im Rücken. Denn Korff hat alle Brücken hinter sich abgebrochen: „Ich habe kein Standbein in Deutschland und bin auch kein Tochterunternehmen.“ Auf seinem Lastwagen prangt der Schriftzug „Made in Europoland“.

Dass Korff ohne deutsche Zentrale auskommt, unterscheidet ihn von den meisten seiner Landsleute, die in Polen aktiv sind. In Liegnitz, eine Autostunde von Breslau entfernt, leitet Rüdiger Benner-Hensel einen der Auslandsstandorte des deutschen Heizungsbauers Viessmann. 230 Mitarbeiter fertigen hier Kupferrohre, Kabelbäume oder Metallteile für Heizungsanlagen. „Wir produzieren auf dem gleichen technologischen Niveau wie in Deutschland“, sagt Benner-Hensel. Die Vorprodukte wandern zu 100 Prozent ins Mutterwerk im hessischen Allendorf, doch es ist zu teuer, sie dort auch herstellen zu lassen.

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