Serie: Menschen der Tat (1)
Mutige Schritte auf neue Märkte

Die Männer, die hinter Stachelbeerbüschen in einem ehemaligen Lehrerhaus geheimnisvoll werkelten, erregten den Argwohn der Nachbarn. Zwei alte Frauen fürchteten ob der seltsamen Geräusche gar, dass der leibhaftige Teufel am Werk sei.

Tatsächlich aber arbeiteten im Jahr 1767 im Herzen Englands einige Freunde an der Entwicklung eines neuen Webstuhls, der die Herstellung von Stoffen einfacher, schneller und kostengünstiger machen sollte.

Einer von ihnen war der gelernte Friseur und Perückenmacher Richard Arkwright (1732-1792). Ihm gelang zwei Jahre später die Entwicklung einer mit Wasserkraft angetriebenen Webmaschine. 1771 baute er am River Derwent im mittelenglischen Cromford eine vollmechanische Textilfabrik. Nicht nur architektonisch stand die fünf Stockwerke hohe Fabrik für eine neue Ära, auch in der Arbeitsorganisation: Arkwright teilte Arbeitsabläufe in klar festgelegte Aufgaben und Zeiten ein. Heute gilt er als Pionier einer Epoche, die das Gesicht der Gesellschaft völlig veränderte: der ersten Industriellen Revolution.

Doch er ist nur einer der Männer, an die der österreichische Ökonom Joseph Alois Schumpeter (1883- 1950) gedacht haben mag, als er das Wort vom „Pionierunternehmer“ prägte. Schumpeter verstand darunter Unternehmensführer, die durch veränderte Kombination der Produktionsfaktoren neue Konjunkturaufschwünge herbeiführen. Die Wirtschaftsgeschichte kennt viele von ihnen. Oft begründeten sie sogar völlig neue Wirtschaftszweige.

So wurde der europäische Postunternehmer Franz von Taxis (1459-1517) bereits im 16. Jahrhundert zum Pionier der Logistikbranche. Nachdem er für Kaiser Maximilian I. einen Post- und Nachrichtendienst aufgebaut hatte, dehnte er diesen über Europa aus und machte ihn schließlich 1516 auch Privatpersonen zugänglich. Damit entstand das, was wir heute Post nennen. Jahrhunderte später griffen die Amerikaner Henry Wells (1805-1878) und George Fargo (1818-1881) Taxis' Idee auf und gründeten 1852 die „Wells, Fargo & Company“, einen Kutschenexpress mit Versorgungsstationen. Mit ihm überwanden sie noch vor der Eisenbahn die Weite zwischen der amerikanischen Ost- und Westküste, wovon das im Goldrausch wachsende San Francisco profitierte. Zugleich war der Passagier- und Postdienst Startrampe für einen weiteren Pionier der Textilindustrie: Levi Strauss (1826-1902).

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