Serie: Standorte (10): Jena ist der „Leuchtturm des Ostens“

Serie: Standorte (10)
Jena ist der „Leuchtturm des Ostens“

Der thüringische Wirtschaftsstandort Nummer eins verdankte im 19. Jahrhundert Carl Zeiß, Ernst Abbe und Otto Schott seinen Aufstieg.

Noch verlieren sich die Gesänge seiner Anhänger ein wenig in den Fußgängerzonen und Galerien der Innenstadt, wenn der Fußball-Oberligist „Carl Zeiss Jena“ zu Heimspielen antritt. Das könnte sich mit dem Aufstieg der Jenenser Traditionskicker in die 2. Bundesliga ändern, der in diesem Jahr erwartet wird. Dann wäre auch der organisierte Fußball in Jena ungefähr dort angekommen, wohin der Kultur-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Jena längst aufgerückt ist.

„Wenn es im Osten irgendwo blühende Landschaften gibt, dann in Jena“, sagt Mathias Bucksteeg, Deutschland-Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos, das im vergangenen Jahr zusammen mit dem Handelsblatt den „Zukunftsatlas 2004“ veröffentlichte. Darin schnitt Jena als erfolgreichster Wirtschaftsstandort in den neuen Bundesländern ab.

Auch die Unternehmensberatung McKinsey staunt: „Jena zählt nach München und Dresden zu den drei wichtigsten Innovationszentren in Deutschland.“ Mit einer Arbeitslosenquote von 12,4 Prozent (Dezember 2004) liegt der Standort weit unter dem restlichen Thüringen (rund 17 Prozent) und selbst der Sozialhilfezahlen rühmt man sich gelegentlich, welche die drittniedrigste in ganz Deutschland seien.

Anders als andere ostdeutsche Städte und Regionen rechnet Jena in den nächsten Jahren und Jahrzehnten nur mit geringem Bevölkerungsschwund, weil Studenten und Fachkräfte nachrücken – und zwar vorzugsweise in den Stadtkern. Die 100 000-Einwohner-Stadt, darunter 18 000 Studenten, weist die höchste Akademikerdichte Deutschlands auf.

Hier arbeiten Einrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik, die Max-Planck-Institute für Bio-Geo-Chemie und für Chemische Ökologie. Jeder zweite Jenenser Beschäftigte arbeitet heute in zukunftsträchtigen und wettbewerbsfähigen Branchen wie Optik, Feinmechanik und Medizintechnik, deren Exportanteil über 40 Prozent liegt.

Seine – vergleichsweise wirtschaftliche Blüte – hat Jena im Wesentlichen drei Unternehmen zu verdanken, die aus den Ruinen der ehedem „VEB Carl Zeiss Jena“ auferstanden: Die Carl Zeiss Jena GmbH und die Schott Jenaer Glas GmbH sind heute wieder Töchter der Carl-Zeiss-Stiftung mit Sitz im schwäbischen Oberkochen.

Die eigentliche Rechtsnachfolge des „volkseigenen“ Kombinats trat nach der Wende hingegen Jenoptik an, das sich heute als „Jenoptik AG - Internationaler Technologiekonzern“ bezeichnet. Das Unternehmen stützt sich wesentlich auf zwei Säulen – „Clean Systems“ betreibt Dienstleistungen und Gebäudemanagement.

„Phototonics Technology“ liefert optische Komponenten, Laser und Laser-Sensoren zum präzisen Messen, Analysieren, Strukturieren und Bearbeiten unterschiedlicher Materialien. Derzeit sind etwa Wärmebildkameras für zivile und militärische Zwecke gefragt oder Lasermessgeräte, mit denen Handwerker Höhe, Tiefe und Breite von Räumen feststellen können.

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