Severstal-Arcelor-Fusion
Russlands Stahlriesen preschen vor

Die angekündigte 13 Mrd. Euro teure Fusion des Luxemburger Stahlkonzerns Arcelor mit Russlands Branchenprimus Severstal setzt die russische Industrie unter Konsolidierungsdruck. Die russischen Stahlbarone suchen Kaufgelegenheiten im Westen.

MOSKAU. Branchenexperten erwarten mittelfristig den Zusammenschluss der führenden Stahlkocher Russlands und möglicherweise sogar einen staatlich kontrollierten Giganten als Konkurrent zu den bisherigen Weltmarktführern. Zugleich suchen russische Stahlbarone Einstiegsmöglichkeiten im Ausland.

Als erstes Unternehmen hat jetzt der nach Severstal zweitgrößte Rohstahlproduzent Russlands, Evraz Group, Verhandlungen mit dem Milliardär Roman Abramowitsch über dessen Einstieg bestätigt.

Die in Luxemburg registrierte, börsennotierte russische Stahlgruppe Evraz gehört zu 59 Prozent dem Aufsichtsratschef Alexander Abramow und zu 28 Prozent Vize-Präsident Alexander Frolow. Laut dem Unternehmen nahe stehenden Kreisen sollen bald für drei Mrd. Dollar rund 40 Prozent der Aktien an Abramowitschs Millhouse Capital gehen.

Zugleich soll der Oligarch und Eigner des Londoner Fußballklubs FC Chelsea auch mit Alischer Usmanow über eine Beteiligung an dessen Bergbau- und Stahl-Gruppe verhandeln. Entsprechende Berichte wurden von Branchenkreisen bestätigt, allerdings nicht von den beteiligten Unternehmen.

Ziel soll demnach ein Zusammenschluss beider Stahlverbunde unter Abramowitschs Führung sein. Russische Medienberichte, denen zufolge Abramowitsch auch an einem Einstieg beim niederländisch-britischen Stahlkonzern Corus interessiert ist, wurden bisher nicht bestätigt.

Abramowitsch gilt bei Analysten als „faktischer Beauftragter des Kreml, der Industrien konsolidieren und in Staatshand überführen soll“, sagt ein Investmentbanker, der namentlich nicht genannt werden will.

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