Severstal bessert Angebot nach
Deutsche Stahlwerker könnten Verlierer der Arcelor-Fusion sein

Der russische Stahlkonzern Severstal hat sein Angebot für den Luxemburger Konkurrenten Arcelor nachgebessert. Käme die Fusion zustande, drohen laut eines Zeitungsberichts massive Stellenstreichungen in Deutschland. Tausende Mitarbeiter seien betroffen.

HB LUXEMBURG. Die Russen kündigten am Mittwoch an, auch mit einer Beteiligung von 25 statt 32 Prozent an dem fusionierten Unternehmen zufrieden zu sein. Zudem besteht der Konzern nicht mehr auf die Einrichtung eines Strategie-Komitees, das von Severstal-Eigentümer Alexej Mordaschow geleitet werden sollte. Durch die Zugeständnisse steige der Wert des Gebots um 2 Mrd. Euro, hieß es.

Die Nachbesserung sei eine Reaktion auf Rückmeldungen der Arcelor-Aktionäre, teilte der Konzern auf seiner Internet-Seite mit. „Wir haben in den vergangenen drei Wochen eine Reihe von Arcelor-Aktionären getroffen und die Transaktion mit ihnen ausführlich besprochen“, sagte Mordaschow. Die Anteilseigner hätten ihre Unterstützung für die Fusion bekundet.

Der Arcelor-Verwaltungsrat kam fast zeitgleich mit der Ankündigung am Mittwoch zusammen, um über die jüngsten Gespräche mit Mittal Steel zu beraten. Arcelor hatte in der vergangenen Woche erstmals direkte Gespräche mit dem weltgrößten Stahlhersteller aufgenommen, der den Branchenzweiten gegen dessen Willen übernehmen will. Thema der Sitzung sei auch die verbesserte Severstal-Offerte, hieß es aus Unternehmenskreisen. Zunächst war unklar, wann das 18-köpfige Gremium seine Ergebnisse bekannt geben wird.

Gegen die Fusionspläne von Arcelor und Severstal wächst der Widerstand. Durch den Zusammenschluss seien hier zu Lande knapp 3 000 Arbeitsplätze in Gefahr, zitierte der „Tagesspiegel“ den Stahlbeauftragten der IG Metall, Friedhelm Matic. Dies betreffe neben dem Standort Bremen vor allem die Arcelor-Tochter Eko-Stahl im brandenburgischen Eisenhüttenstadt. „Eko war für Arcelor immer der Brückenkopf nach Osteuropa“, sagte Matic. „Aber niemand braucht zwei Brückenköpfe – einen an der Oder und einen in Russland“, heißt es in dem Artikel. Die Risiken des Zusammenschlusses seien nicht kalkulierbar. Diesen Eindruck habe er nach einem Informationsgespräch bei Severstal in Moskau gewonnen, sagte Matic.

Berechnungen der IG Metall zufolge habe Severstal in Russland Überkapazitäten von 3 Mill. Tonnen Stahl im Jahr. Diese Überkapazitäten könnten nach einer Fusion zu Lasten Westeuropas ausgelastet werden, weil die Produktion in Russland deutlich günstiger ist. 1 Mill. Tonnen Stahl entsprechen Matic zufolge knapp 1 000 Arbeitsplätzen.

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