SGL-Carbon-Aktie legt zu
Neue Strafe für Graphitkartell

Die Kommission teilte am Mittwoch in Brüssel mit, die Unternehmen hätten nach ihren Erkenntnissen zwischen Oktober 1988 und Dezember 1999 Preiserhöhungen verabredet und Konkurrenten vom Markt ferngehalten. Die höchste Einzelstrafe verhängte die Kommission mit 43,05 Millionen Euro gegen die französische Carbone Lorraine.

HB BRÜSSEL. Die Strafe gegen SGL beträgt den Angaben zufolge 23,64 Millionen Euro. Die SGL-Aktie legte nach der Entscheidung deutlich zu und lag gegen 12.00 Uhr mit 12,40 Euro 4,55 Prozent im Plus. Unmittelbar vor der Entscheidung hatte das Papier nur 0,5 Prozent im Plus gelegen.

Die Unternehmen kontrollieren nach Angaben der Kommission 93 Prozent des europäischen Marktes. Während des Bestehens des Kartells habe es 140 Treffen gegeben, um illegale Preisabsprachen zu treffen, erklärte die Kommission weiter. Keines der Unternehmen habe die Vorwürfe ernsthaft bestritten. SGL hatte zuletzt im Neunmonatsbericht mitgeteilt, wegen Beschwerdepunkten der EU-Kommission im Konzernbereich Graphite Specialties (GS) die Rückstellungen für Kartellrisiken um fünf Millionen Euro aufgestockt zu haben.

Zuletzt hatte die EU-Kommission vor einem Jahr wegen illegaler Preisabsprachen bei bestimmten Spezialgrafiten eine Kartellstrafe von 27,75 Millionen Euro gegen SGL festgelegt. Zuvor hatte die Kommission bereits im Juli 2001 gegen das Unternehmen eine Kartellbuße von 80,2 Millionen Euro verhängt. Das Unternehmen hat gegen die Bußgelder geklagt, weil es eine rechtswidrige Doppelbestrafung sah. Die Kommission erklärte, sie habe bei ihrer Entscheidung auch berücksichtigt, dass SGL wegen der anderen Kartelle bereits betraft worden sei. Deshalb sei die Buße um 33 Prozent ermäßigt worden

Bis zur endgültigen Gerichtsentscheidung werde die Zahlung des Bußgeldes gegen Bankgarantie ausgesetzt, hatte es damals beim Unternehmen geheißen. Das US-Justizministerium hatte im Jahre 1999 wegen derselben Sache schon einmal ein Bußgeld von 145 Millionen Dollar gegen SGL verhängt.

Die Kommission verhängte zudem Geldbußen gegen die deutsche Schunk GmbH (30,87 Millionen Euro), gegen die zu Schunk gehörende österreichische Hoffmann & Co AG (2,82 Millionen Euro) und gegen die C. Conradty Nürnberg GmbH (1,06 Millionen Euro). Beteiligt war an dem Kartell nach Angaben der Kommission auch die britische Morgan Crucible Company Plc, die jedoch von der Kronzeugenregelung profitierte und keine Strafe zahlen muss. Das Unternehmen hatte das Kartell im September 2001 angezeigt.

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