Industrie
SGL Carbon rutscht tiefer in rote Zahlen

Der Wiesbadener Grafitelektrodenhersteller SGL Carbon hat im vergangenen Jahr angesichts hoher Kosten für Restrukturierungen, Kartellrisiken und Refinanzierungsschritte unter dem Strich seinen Verlust mehr als verdoppelt. Für das laufende Jahr zeigte sich das Management aber zuversichtlich und stellte eine deutliche Steigerung des Betriebsergebnisses in Aussicht.

HB WIESBADEN. Der Verlust habe sich auf 50 Millionen Euro von 24 Millionen Euro im Vorjahr ausgeweitet, teilte SGL am Montag in einer Pflichtmitteilung mit. Vor Aufwendungen für Restrukturierungsschritte und Kosten im Zusammenhang mit Kartellverfahren stieg das das Betriebsergebnis auf 39 Millionen Euro nach 29 Millionen Euro im Vorjahr. Eine sinkende Nachfrage in einigen Geschäften und der schwache Dollar drückten den Umsatz des stark international ausgerichteten Konzerns auf 1,05 Milliarden Euro nach 1,11 Milliarden Euro ein Jahr zuvor.

SGL Carbon hatte unlängst ein umfangreiches Finanzierungspaket im Volumen von 866 Millionen Euro abgeschlossen und angekündigt, sich dieses Jahr nun wieder ganz auf das operative Geschäft konzentrieren zu wollen. Für den weiteren Jahresverlauf rechnen die Wiesbadener mit einer moderaten Konjunkturerholung. Auf Grund weiterer Restrukturierungsschritte, Preisanhebungen bei dem wichtigsten Produkt Graphitelektroden sowie erwarteten Ergebnisverbesserungen in den Bereichen Graphite Specialties und SGL Technologies erwartet SGL 2004 eine deutliche Steigerung des Betriebsergebnisses. Das komplette Zahlenwerk für 2003 will SGL am 16. März vorlegen.

Nach Restrukturierungsaufwendungen erwirtschaftete SGL im vergangenen Jahr ein Betriebsergebnis von 29 Millionen Euro, ein Plus von 45 Prozent. Nach allen Sonderaufwendungen lag das Betriebsergebnis bei neun Millionen Euro nach einem Betriebsverlust von zwei Millionen Euro im Vorjahr. Alles in allem ist SGL derzeit mit drei EU-Kartellbußen von insgesamt rund 130 Millionen Euro konfrontiert. Gegen zwei davon hatte die Gesellschaft bereits Berufung eingelegt. Auch gegen eine Kartellbuße von 23,6 Millionen Euro habe SGL nun Klage beim Europäischen Gericht eingereicht, teilte der Konzern mit.

Die Aktie der im MDax gelisteten Gesellschaft notierte am Nachmittag mit 0,1 Prozent im Plus bei 10,46 Euro.

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