SGL Group
Stagnierender Betriebsgewinn zu Jahresbeginn

Der Elektroden- und Carbonfaserkonzern SGL Group hat einen stagnierenden Betriebsgewinn im ersten Quartal vermeldet. Mit einer Wandelanleihe will das Unternehmen 240 Millionen Euro von Investoren aufnehmen.
  • 0

FrankfurtDer Wiesbadener Grafitspezialist SGL Group hat mit einem stagnierenden Ergebnis im ersten Quartal einen eher verhaltenen Jahresstart hingelegt. Der Betriebsgewinn (Ebit) liege im ersten Jahresviertel mit 36 Millionen Euro auf Vorjahresniveau, wie das Unternehmen am Mittwoch anlässlich der Platzierung einer Wandelanleihe mitteilte.

Konzernchef Robert Koehler hatte im März wegen gedämpfter Konjunkturaussichten einen vergleichsweise schwachen Jahresauftakt in Aussicht gestellt. Danach soll sich der Elektroden- und Carbonfaserkonzern laut Koehler aber von Quartal zu Quartal steigern. Die Umsatzrendite sank im Zeitraum Januar bis März auf 9,5 Prozent nach 10,0 Prozent vor Jahresfrist.

Seinen Umsatz steigerte SGL im Zeitraum Januar bis März dagegen um fünf Prozent auf 382 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung erhöhte sich bis Ende März auf 419 Millionen Euro von 343 Millionen Ende Dezember.

An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Die im Nebenwerte MDax notierte SGL-Aktie büßte am Vormittag 2,6 Prozent auf 34,30 Euro ein. Das Quartalsergebnis sei eher schwach, kommentierte die DZ Bank. Zudem sei es gewisse Überraschung, dass SGL erneut eine Wandelanleihe platziere, da keine erhöhter Bedarf an frischem Kapital bestehe.

Um sich Gelder für die Finanzierung seiner Investitionen zu beschaffen, will SGL eine Wandelanleihe mit der Laufzeit von fünf Jahren und neun Monaten begeben. Sie solle zunächst ein Volumen von 240 Millionen Euro haben, könne aber noch um bis zu 40 Millionen Euro aufgestockt werden, kündigte das Management an.

Der Bond werde einen Koupon zwischen 2,125 und 2,875 Prozent haben. Der Wandlungspreis soll zwischen 30 und 35 Prozent über dem gewichteten Durchschnittskurs der SGL-Aktie während des Bookbuilding-Verfahrens liegen. Die Commerzbank, die Deutsche Bank und das US-Geldhaus Morgan Stanley betreuen die Platzierung. Auch die Geldinstitute LBBW und RBS sind im Boot.

Mit dem Einnahmen aus dem Bond will SGL auch die Rückzahlung einer älteren Wandelanleihe vorantreiben. Zudem soll Geld für den Ausbau der Produktion im Grafitelektroden-Geschäft in China eingesetzt werden. SGL erwartet, dass das Reich der Mitte in fünf bis zehn Jahren zum weltgrößten Markt für die Elektroden aufsteigen wird, die für die Stahlproduktion benötigt werden.

Der Konzern will zudem seine Produktionskapazitäten im Zukunftsmarkt Carbon erweitern. So schloss SGL unlängst die 25 Millionen Euro teure Übernahme von 86 Prozent am portugiesischen Acrylfaserhersteller Fisipe ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " SGL Group: Stagnierender Betriebsgewinn zu Jahresbeginn"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%