Shiga wird Statthalter des künftigen Renault-Chefs: Ghosn verordnet Nissan eine neue Führung

Shiga wird Statthalter des künftigen Renault-Chefs
Ghosn verordnet Nissan eine neue Führung

Wenige Wochen vor seinem Einzug in die Chefetage des französischen Autobauers Renault hat Nissan-Chef Carlos Ghosn seinen Statthalter in Japan ernannt. Der 51-jährige Toshiyuki Shiga soll das operative Geschäft des japanischen Renault-Allianzpartners verantworten.

hof HB FRANKFURT. Ghosn wird am 1. Mai den bisherigen Renault-Chef Louis Schweitzer ablösen und die beiden verbundenen Unternehmen in Personalunion führen. Er stellte Shiga zusammen mit einer neuen Führungsriege am Montag in Tokio vor. Shiga leitete bislang die Nissan-Aktivitäten außerhalb der Märkte USA, Japan und Europa.

Seinem Nachfolger in Tokio hinterlässt der knallharte Sanierer Ghosn eine makellose Bilanz. Innerhalb weniger Jahre machte er den zweitgrößten japanischen Automobilhersteller vom Pleitekandidaten zum profitabelsten Massenhersteller der Welt. Das laufende Geschäftsjahr, es endet im März, wird höchstwahrscheinlich das fünfte Jahr in Folge mit einem Rekordgewinn schließen. Vor allem durch die Verkaufserfolge der Japaner schob sich das Duo Renault-Nissan auf den sechsten Rang der weltgrößten Autobauer. Diese Allianz, die unterfüttert ist mit einer 44-prozentigen Beteiligung der Franzosen am zweitgrößten japanischen Autobauer, wird Ghosn nach seinem Amtsantritt in Paris noch stärker aneinander schmieden.

Bei Renault sieht man dem neuen Chef, der von Schweitzer angeheuert und zur Sanierung nach Japan geschickt worden war, mit gemischten Gefühlen entgegen. Wenn sich Ghosn zum Ziel setzt, bei Renault die Nissan-Umsatzrendite von rund elf Prozent anzupeilen, würde bei den Franzosen kein Stein auf dem anderen bleiben, befürchten Branchenexperten. Der Sanierung von Nissan fielen fünf Fabriken und mehr als 20 000 Arbeitsplätze zum Opfer.

Allerdings ist Renault alles andere als ein Sanierungsfall. Im vergangenen Jahr stieg der Nettogewinn auf 3,6 Mrd. Euro. Davon hat Nissan fast drei Viertel auf die Konten des französischen Autobauers überwiesen. Die beiden Unternehmen kaufen rund drei Viertel ihrer Teile gemeinsam ein, bis zum Ende des Jahrzehnts sollen zehn gemeinsame Plattformen die Modellpaletten abdecken.

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