Sicherheitsbedenken
Obama stoppt Verkauf von Goldfirma nach China

Rohstoffe und die Firmen, die sie fördern, veredeln und verkaufen, sind rund um den Globus heiß begehrt. Und China interessiert sich ganz besonders für solche Konzerne, wie auch nun wieder für den US-Minenbetreiber Firstgold. Eigentlich war der Deal schon so gut wie durch, bis sich die Obama-Regierung einmischte.
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DÜSSELDORF. Chinesische Staatsfirmen sichern sich nicht nur in zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern den Zugriff auf knappe Rohstoffe, sie kaufen auch in den großen Industriestaaten zu - wenn man sie denn lässt. In den USA ist jetzt eine solche Investition gescheitert: Die Obama-Adminstration verhinderte den Verkauf der Goldmine Firstgold Corp. in Nevada an die chinesische Northwest Nonferrous International Investment Company (NNII).

Die Chinesen dachten, "sie würden eine ganz normale Investition in ein Bergbau-Unternehmen" machen, sagte Firstgold-Chef Terry Lynch, der den Rückzug des chinesischen Investors bekannt gab. Das zuständige Komitee für Auslandsinvestitionen in den USA sei nach einer routinemäßigen Prüfung zu dem Schluss gekommen, der Verkauf führe zu "ernsthaften und signifikanten" Sicherheitssorgen.

Dabei geht es in erster Linie nicht um die Sorge, eine chinesische Staatsfirma könne sich die Kontrolle über strategisch wichtige Rohstoffe aneignen. Statt dessen gibt es offensichtlich Befürchtungen, die Chinesen könnten die Goldmine als Spionagestützpunkt nutzen - denn ganz in der Nähe liegt der Militärflughafen Fallon.

NNII hatte 26 Mio. Dollar für einen Kontrollanteil von 51 Prozent an der kleinen Goldmine geboten. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 6 000 Mitarbeiter und hatte sich zuletzt auch in Australien und Kanada eingekauft, bislang aber noch nicht in den USA.

Das US-Finanzministerium in Washington, dem das Komitee für Auslandsinvestitionen untersteht, empfahl am Montag Präsident Barack Obama, das Geschäft zu untersage., Daraufhin zog sich das chinesische Unternehmen zurück, bestätigte gestern Firstgold-Chef Lynch. Nach seinen Angaben hatten Beamte des Finanzministeriums bei früheren Treffen auf die Nähe des Militärflughafens hingewiesen, sowie auf weitere "sensible geheime Sicherheits- und Militäranlagen, die nicht identifiziert werden können".

Nach Informationen der New York Times nutzt die US-Marine den Flughafen, um laser-gesteuerte Waffen zu testen. In Nevada gehören große Landstriche der föderalen Regierung in Washington, die hier auch eine große Zahl von Atomraketen stationiert hat.

Dennoch könnte auch das eigentliche Geschäftsinteresse der Chinesen zur Ablehnung durch die Obama-Regierung geführt haben, heißt es in Branchenkreisen. Firstgold hat eine Lizenz, um auch nach Zink und Uran zu schürfen. Nach Ansicht von Mark Smith, Chef des Firstgold-Konkurrenten Molycorp Minerals in Colorado, zeigt die Entscheidung, dass in Washington die Sorge wächst, China könne die weltweite Versorgung mit bestimmten seltenen Metallen kontrollieren.

Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik

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  • Die Chinesen werden irgendwann merken, dass es sinnlos ist, den Amis monatlich für 30 Milliarden ihrer inflationären Papierdollars Waren zu verkaufen.
    inzwischen haben die Chinesen 1000 Milliarden davon angehäuft und können sich dafür buchstäblich nichts kaufen.
    Wann immer sie in den USA investieren wollen, sei es ein Überseehafen oder ein bergwerk, wirft ihnen die Regierung einen Knüppel zwischen die Speichen.

    Am besten sie feuern ihre Papierdollars an, dann haben sie wenigstens dafür einmal warm.

  • Tom
    Dass diese Krisen für sogenannten Hilfen von diesen Verbrechern provoziert wurden darauf kommen sie wohl nicht???
    Glauben sie mir jeder Krieg der von den USA in den letzten Jagrzehnten geführt wurde ist aus Geostrategischen oder Rofstoff-interessen geführt worden und natürlich auch die sogenannten Hilfen..
    Nur ein paar beispiele für sie..

    1945-46 China 1950-53 Korea,China 1954 Guatemala 1958 indonesien 1959-61 Kuba 1960 Guatemala
    1964 Congo 1965 Peru 1964-73 Laos 1961-73 Vietnam 1969-70 Cambodia 1967-69 Guatemala 1983 Grenada 1983-84 Lebanon 1980 El Salvador 1980 Nicaragua 1986 Libya 1987 iran 1989 Panama 1991 irak 1993 Somalia 1998 Sudan 1998 Afghanistan 1999 Yugoslawien wo ich selber als Helfer Monatelang diese Verbrecher ertragen musste, dann noch der irak mit mehr als 1.2 Millionen Toten und so weiter ....diese Liste ist noch nicht einmal vollständig.
    Recherchieren sie das einmal denn die sogenannten Hilfen der USA sind nichts anderes als Kriege die die Hegemonialbestrebungen einer total durchgeknallten und irren Herrschergilde ermöglichen soll.
    Rohstoffdiebstahl und Weltherrschaft auf allen Gebieten ist das einzige das diese Verbrecher interessiert koste es was es wolle..

    Frohe Weihnachten wenn sie jetzt noch feiern können

  • Raffael.
    ich bin absolut nicht der usa fan, und ihnen wirklich nicht hörig !!! aber eine behauptung aufzustelle sie würden mit falschgeld bezahlen ???? naja , sie werden ihre quellen haben ! zu angriffe der usa : sie sollten schon unterscheiden zwischen wirklichen angriffen, und hilfegesuchen. beispiel korea, kuwait, taiwan usw. länder, die die usa um militärische hilfe gebeten haben ! das rechtfertigt auch die truppenpräsents der usa in den ländern.

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