Siechtum made in USA Wie GM beim Traditionskonzern Opel versagte

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Die „Detroiter Krankheit“

Starkes Gebräu - Opel Mokka

Starkes Gebräu - Opel Mokka

Um das auszugleichen, erhöhte Opel deshalb den wenig profitablen Absatz an Autovermieter, startete spektakuläre Rabattaktionen wie eine Kampagne, bei der Kunden die Mehrwertsteuer sparten. Die Offensiven kurbelten den Verkauf an, hellten die Stimmung der frustrierten Händler auf und stützten kurzzeitig den Marktanteil. Allerdings wurden damit nicht nur die Erträge belastet, sondern auch das Image weiter beschädigt.

Das Kernproblem aller Bemühungen lag in der mangelnden Geduld. GM hätte strategisch in die Marke investieren müssen - doch genau das blieb aus. "Audi hat mehr als 15 Jahre gebraucht, um eine begehrte Marke zu werden", sagt Branchenkenner Stefan Bratzel, Chef des Center of Automotive in Bergisch Gladbach. Heute braucht Opel aus seiner Sicht gleich mehrere Produkte, die den Hersteller dauerhaft in positive Schlagzeilen bringen. "Das Mittelklassemodell Insignia kann mithalten. Das Elektroauto Ampera ist teuer, aber technologisch vorn. Doch das geht angesichts der negativen Schlagzeilen unter", sagt Bratzel.

Fehler 2: „Detroiter Krankheit“

Es ist nur eine kleine Zahl: 14. In Worten: vierzehn. Und doch sagt sie viel über das Unternehmen Opel aus. Und seine Führungskultur.

Genau 15 Chefs hatte der Autobauer seit dem Jahr 1970. Das heißt: alle drei Jahre wechselte die Führung in dem Unternehmen. Bei Daimler und Volkswagen hielt sich der Mann auf dem Chefsessel im gleichen Zeitraum im Schnitt mehr als doppelt so lange.

Die 15 Chefs bei Opel sind in zweierlei Hinsicht problematisch. Zum einen hatten sie meist wenig bis keine Ahnung vom europäischen Automarkt - zum anderen aber kollidiert die Verweildauer von im Schnitt nur drei Jahren mit einer anderen Zahl - nämlich der Sieben.

Denn die Autoindustrie ist ein langlebiges Geschäft. Sieben Jahre beträgt in etwa der Lebenszyklus eines Modells in der Branche - das ist die Zeit von der Markteinführung bis zur Ablösung durch das Nachfolgemodell. Bei Opel aber waren die Chefs meist vor dem Start der von ihnen entwickelten Modelle wieder weg. Sie blieben zu kurz, um den Niedergang der Marke zu stoppen.

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3 Kommentare zu "Siechtum made in USA: Wie GM beim Traditionskonzern Opel versagte"

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  • Opel müßte wieder einen Manta, oder Kadett C Coupe, bauen. Es fehlt an Produkten, die an das Opel Image aus guten Zeiten anknüpfen. Gerade der C-Kadett, bis heute erfolgreich im Renneinsatz bei Slalom oder Bergrennen, das ist für mich Opel. GM hat keine konsequente Markenstrategie und kannibalisiert Opel mit koreanischen Chevorlets. Warum soll man so vertrauen in die Marke Opel haben?

  • Das Opel schlechte Autos baut, tonnenschwere Säufer mit schlechter Raumökonomie, kann nicht nur den Amis angelastet werden.

    Das gab es reihenweise Entwicklungsleiter, die konsequent daneben lagen, angefangen beim - näheren Hinschauen - gar nicht so legendären Indra. Zuletzt ein deutsche Frau. Mit der habe ich mich mal 30 Minuten unterhalten, das war so gar nicht überzeugend im Quervergleich der Industrie.

  • Wenn ich mich recht entsinne, ohne den Artikel gelesen zu haben und somit möglicherweise den wiederholend, waren es folgende Punkte, die Opel dort hin brachten, wo sie sind:

    - 90er Jahre Qualitätsdesaster
    - Markt-Begrenzung durch GM
    - Ausnutzen der Technologie-Sparte durch GM
    - Subventionsverlust bei GM, dadurch Sparmassnahmen, die in den USA weniger Schaden anrichten
    - Marketing Begrenzung durch GM

    Heute baut Opel sehr gute Autos, die sich nicht verkaufen, weil sie sich Preislich nicht ganz mit der Konkurrenz messen können. Durch den Image Verlust (hier haben die ständigen schlechten, vor allem aber schlecht wiedergegebenen Nachrichten auch nachgeholfen, das Kaufinteresse zu senken) aber auch garnicht mehr auf einen grünen Zweig kommen können.

    Sehr schade.

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